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Mit gutem Grund: Regional und saisonal einkaufen

Dass wir möglichst regional und wenn möglich auch saisonal einkaufen sollten, wissen wir alle – irgendwie. Doch was genau bewirken wir damit? Warum ist es so wichtig, darauf zu achten, was gerade reif ist, was woher kommt und wie es angebaut wurde? Hier findest du ein paar sehr gute Gründe, die dafürsprechen.

Regionale Lebensmittel sind auch immer Teil der eigenen kulturellen Identität.

Einkaufen ist politisch

Jede Kaufentscheidung hat weitreichende Folgen. Wenn du dich für regionale und saisonale Bio-Erzeugnisse entscheidest, unterstützt du nicht nur die ökologische Landwirtschaft, sondern trägst aktiv zum Umweltschutz bei. Durch die Wahl lokaler Produkte setzt du ein Zeichen für nachhaltige Anbau- und Herstellungspraktiken und stärkst gleichzeitig die regionale Wirtschaft. Das sorgt für stabile Arbeitsplätze und hilft, unsere Kulturlandschaften zu bewahren.

Abnahmezusagen: Unterstützung für regionale Biolandwirte

Eine der Säulen des ökologischen Landbaus sind verlässliche Abnahmezusagen. Sie geben den Landwirten Planungssicherheit und ermöglichen es ihnen, nachhaltig und wirtschaftlich zu produzieren. Durch langfristige Abnahmegarantien können wir sicherstellen, dass unsere Produzenten ihre Erzeugnisse sicher absetzen können, was ihnen finanzielle Stabilität gibt und sie in ihrem ökologischen Engagement bestärkt.

In der Region einkaufen heißt auch: die Menschen kennen, die die eigenen Lebensmittel erzeugen, nah dran sein und Teilhabe.

Gute Planung ist alles: Übermengen bei der Ernte

Im herkömmlichen Handel führen Übermengen oft zu Lebensmittelverschwendung. Im regionalen ökologischen Landbau hingegen wird durch die genaue Planung und die verlässlichen Abnahmezusagen nur das produziert, was auch benötigt wird. Das reduziert die Verschwendung erheblich und sorgt dafür, dass die Lebensmittel, die auf den Feldern wachsen, auch auf deinem Teller landen. Die enge Kooperation mit unseren Zulieferbetrieben ermöglicht es uns, flexibel auf Erntemengen zu reagieren und überschüssige Produkte sinnvoll zu nutzen. So wirst du immer mal wieder Sonderaktionen zu Saison-Spitzenzeiten in unseren Shops finden, in denen Gurken, Kohlrabi oder anderes heimisches Gemüse auch mal günstiger angeboten wird, weil davon gerade sehr viel vorhanden ist.

Regional kaufen: die Bio-Gemeinschaft stärken

Durch den Kauf regionaler Bio-Produkte unterstützt du nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschen in deiner Umgebung. Du hilfst dabei, lokale Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Die Wertschöpfung bleibt in der Region und stärkt die lokale Wirtschaft, anstatt in anonymen Konzernen zu versickern. Das schafft ein starkes Netzwerk aus Verbrauchern, Händlern und Landwirten, die gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten. Transparenz und Vertrauen sind hierbei entscheidend: Du weißt genau, woher deine Lebensmittel kommen und wie sie produziert wurden.

 
Erhalt deines kulturellen Erbes

Regionale Erzeugnisse sind auch ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes. Sie tragen das kollektive Wissen und die Traditionen ganzer Generationen in sich. Lokale Rezepte, Anbaumethoden und kulinarische Bräuche bewahren und vermitteln dieses Erbe. Durch den Kauf regionaler Produkte unterstützt du die Weitergabe dieses Wissens und trägst zur Erhaltung unserer kulturellen Vielfalt bei. Das stärkt nicht nur unsere Gemeinschaft, sondern auch unsere Verbindung zur eigenen Region und Geschichte.

Förderung der Biodiversität

Der ökologische Landbau setzt auf natürliche Vielfalt statt auf Monokulturen. Durch den Verzicht auf synthetische Pestizide und Düngemittel werden Nützlinge und Insekten geschützt, die für das Ökosystem unverzichtbar sind. Eine vielfältige Landschaft begünstigt zudem das Überleben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Mit einer regionalen und saisonalen Ernährung leistest du also aktiven Umweltschutz in deiner Umgebung.

Kurze Transportwege und Umweltschutz

Regionale Bio-Produkte legen kürzere Wege zurück, da sie nicht um den halben Globus geschickt werden müssen. Das reduziert den CO2-Ausstoß erheblich und trägt somit zum Klimaschutz bei. Gleichzeitig bleiben durch die regionale Vermarktung landwirtschaftliche Flächen erhalten, da die Bauern eine direkte Absatzmöglichkeit haben und nicht gezwungen sind, wegen niedriger Preise ihre Flächen zu vergrößern.

Frische Produkte: wertvolle Vitalstoffe, bester Geschmack

Neben den Umweltvorteilen profitierst auch du ganz persönlich von der Ernährung mit regionalen und saisonalen Erzeugnissen. Regionales Bio-Obst und -Gemüse wird in der Regel reifer geerntet und gelangt schneller auf deinen Teller. Dadurch bleiben mehr Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe erhalten, was zu einer höheren Nährstoffdichte führt. Das tut gut und schmeckt: Da saisonale Produkte unter natürlichen Bedingungen heranreifen, entwickeln sie ihr volles Aroma. Der Genuss von Obst und Gemüse in ihrer Hauptsaison ist daher ein echtes Geschmackserlebnis.

Die enge Verknüpfung zwischen Bio-Landwirten und Betrieben wie uns Ökokisten bildet das Fundament für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft. Indem du bewusst auf Bio, Regionalität und Saisonalität achtest und deine Lebensmittel von regionalen Produzenten beziehst, trägst du dazu bei, unsere Umwelt zu schützen, die lokale Wirtschaft zu stärken und deine Gesundheit zu fördern.

Bilder: Ökokiste e.V. 

Faires und soziales Arbeiten: Chancen bieten, Vielfalt fördern

Das Miteinander im Betrieb sehen wir als Teil unserer Art zu wirtschaften und zu handeln. Wir wollen bewusst ein Gegengewicht zum oft üblichen schnell-schnell am Arbeitsmarkt setzen. Wie auch sonst gilt: Nicht Profit ist unser oberstes Ziel sondern gemeinsames, nachhaltiges Wachsen, ein inspirierendes Umfeld und ein sinnstiftender Platz in der Gesellschaft. Wir sehen uns nicht nur als Pioniere für ökologische Landwirtschaft, sondern auch als Vorreiter in der Schaffung fairer und sozialer Arbeitsbedingungen, die wir täglich leben.

In einigen Betrieben ist Inklusion ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Sei es durch Beschäftigung und Betreuung von Menschen mit Behinderung oder durch die Schaffung eines barrierefreien Arbeitsumfeldes.

Das Individuum als Bereicherung

Im Zentrum all unserer Bemühungen steht der Mensch. Dies gilt für die Beziehungen zu unseren Partnerbetrieben und Lieferanten ebenso wie für den Umgang mit unseren Mitarbeitenden und unseren Kund*innen. Jede Begegnung, jede Auseinandersetzung wird von uns bewusst auf Augenhöhe geführt. Dieses Bekenntnis zu respektvollem Umgang schafft ein soziales Klima, das über die Grenzen unserer Betriebe hinausstrahlt.

Viele unserer Ökokisten-Betriebe sind zudem nicht nur Arbeitgeber, sondern auch aktive Förderer der Gemeinschaft. Sie bieten bewusst auch Menschen mit Behinderung Arbeitsplätze, integrieren Flüchtlinge und unterstützen Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen. Durch personalisierte Aufgabenfelder und flexible Arbeitsmodelle ermöglichen wir jedem Individuum, seine Stärken und Fähigkeiten einzubringen.

Ausbildungsplätze, Fortbildungen und Möglichkeiten für ein freiwilliges ökologisches Jahr gehören ebenso zu unseren Betrieben. Diese Investition in die Bildung ist doppelt wertvoll: Sie stärkt nicht nur den Einzelnen, sondern trägt auch zur Verbreitung des ökologischen Gedankens bei. Unsere Traineestellen und Praktika für Studierende sind Sprungbretter für junge Menschen, die eine Karriere im Einklang mit ihren umweltbewussten Überzeugungen anstreben.

Wir laden euch ein, Teil dieser Bewegung zu werden, sei es als Kund*in, Mitarbeiter*in oder Partner*in. Gemeinsam können wir eine Zukunft gestalten, in der faires und soziales Arbeiten die Norm ist, nicht die Ausnahme. Wir sehen jeden Tag, wie gut und sinnstiftend das ist.

Viele Betriebe des Verbands Ökokiste e.V. wirtschaften nach den Grundlagen der Gemeinwohl-Zertifizierung. Dazu gehört auch, dass die Menschenwürde am Arbeitsplatz in jeder Hinsicht gewahrt bleibt.

Bilder: Höhenberger Biokiste / Ökokiste e.V. 

Gemeinschaft mit Vision

Momentan sind wir 50 regionale Bio-Lieferbetriebe, über ganz Deutschland verteilt. Verbunden sind wir über unsere Standards und Werte: Unsere Gemeinschaft steht für einen Ansatz, der weit mehr umfasst als „nur“ ein Bio-Siegel.

Unsere Wurzeln reichen bis in die 1990-er Jahre zurück. In einer Zeit, als Bio noch lange nicht Mainstream war, schlossen sich eine Handvoll gleichgesinnte Bio-Bauern und -Händler zusammen, um eine Idee zu verwirklichen: hochwertige, ökologisch produzierte Lebensmittel direkt von den Höfen der Umgebung in die Haushalte zu bringen. Wir wollten damit ein System schaffen, das auf Nachhaltigkeit, Fairness und Transparenz basiert, nicht auf purem Wachstum und Gewinnmaximierung.

Heute, fast 30 Jahre später, haben sich uns immer mehr Betriebe angeschlossen um mit uns an dieser Idee zu arbeiten – jeden Tag, mit vollem Einsatz. Mit unserem Modell stärken wir kleinbäuerliche, regionale Strukturen, sorgen für Planungssicherheit bei regionalen Bio-Landwirten durch Abnahmevereinbarungen und stärken damit den Ökolandbau in deiner Region. Wir sind nach wie vor überzeugt, dass Bio nicht gleich Bio ist und dass Konsum immer auch eine politische Entscheidung ist.

Warum?

Bio-Produkte sind mittlerweile breit verfügbar und das ist erstmal eine gute Entwicklung. Bedeutet sie doch, dass die ökologische Anbaufläche wächst. Dennoch muss genau hingesehen werden. Woher kommen Bio-Waren? Wer hat sie erzeugt? Was und wen unterstütze ich mit meinem Kauf? Ein Bio-Siegel sagt erstmal nichts über die CO2-Bilanz eines Produkts oder die Arbeitsbedingungen aus, unter denen es entstanden ist.

Verbunden sind die 50 Bio-Lieferbetriebe des Verbands Ökokiste e.V. durch ihre gemeinsamen Werte und Zertifizierungsrichtlinien.

Wir sehen uns da als Bio-Pioniere in einer besonderen Verantwortung. Schließlich gäbe es heute ohne Betriebe wie unsere, ohne engagierte einzelne Bio-Bauern und -Unternehmer keinen Bio-Boom, keinen Wirtschaftszweig Bio, kein Discounter-Bio. Und so stehen wir auch heutzutage in der Verantwortung, die Werte, die uns einst vom Ökolandbau und vom nachhaltigen Wirtschaften überzeugt haben, weiter hochzuhalten und damit Zukunft zu gestalten. Damit die Idee Bio im Kern erhalten bleibt, aber vor allem, damit Bio zukunftsfähig und Landwirtschaft enkeltauglich wird. Wir wollen uns nicht querstellen, wir wollen nicht verhindern. Im Gegenteil: Wir wollen Impulse und Denkanstöße geben. Wie? Durch unsere Arbeit, unser Angebot, unsere Begegnungen mit Kund*innen und Lieferant*innen, durch das Leben unserer Werte.

Der aktuelle Vorstand des Verbands, v.l.n.r. Christian Goerdt, Jochen Saacke, Matthias Jakubowitz

Diese Werte sind der Kern dessen, was den Verband Ökokiste e.V. ausmacht:

Vielfältig und transparent: Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Kundinnen und Kunden genau wissen, woher ihre Lebensmittel kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden. Durch diese Offenheit fördern wir Vertrauen und eine starke Verbindung zwischen Produzenten und Konsumenten. Wir sind stolz darauf, von jeder Tomate, jeder Kartoffel und jeder Birne zu wissen, woher sie kommt und wie sie erzeugt wurde. Als Obst- und Gemüse-Spezialist*innen bieten wir eine reiche Vielfalt an Sorten, auch solche, die sonst nur selten zu finden sind. Damit erhalten wir alte Sorten und setzen uns für die Biodiversität ein.

Nah und nachhaltig: Wir sehen uns als Teil des Ökosystems und handeln dementsprechend, um unsere natürlichen Ressourcen zu bewahren und zu schützen. Unsere Methoden im Ökolandbau fördern die Bodengesundheit und die Biodiversität und minimieren unseren ökologischen Fußabdruck. Außerdem sind wir durch unsere regionale Nähe immer für unsere Kund*innen da. Auf Hoffesten, Feldführungen und anderen Veranstaltungen öffnen wir auch gerne unsere Türen. Diese Nähe ist übrigens auch nachhaltig: Gerade mal gut 2 km Fahrtstrecke kommen durchschnittlich auf eine Lieferung. Und auch in puncto Verpackungsmaterial, CO2-Bilanz oder Energiegewinnung ist uns Nachhaltigkeit stets wichtig.

Regional und saisonal: Was in unseren Breiten gedeiht, beziehen wir regional. Entweder bauen wir selbst an oder arbeiten mit Partner*innen zusammen. Damit unterstützen wir heimische Bio-Bauern und -Bäuerinnen und erreichen, dass immer mehr Ackerflächen ökologisch bewirtschaftet werden. Wir bauen auf langjährige Beziehungen zu unseren Lieferant*innen und geben ihnen Abnahmezusagen. Was nicht hier wächst, wie beispielsweise Südfrüchte, beziehen wir von ausgewählten Partner*innen, die unsere Werte teilen.

Sozial und fair: Der respektvolle Umgang miteinander und mit unseren Partnerinnen und Partnern steht bei uns im Mittelpunkt. Fairness bedeutet für uns auch, den Produzentinnen und Produzenten faire Preise zu zahlen, die ihre Arbeit wertschätzen und ihnen ein nachhaltiges Einkommen sichern. Viele Ökokisten-Lieferbetriebe unterstützen soziale Projekte und Initiativen oder sind selbst vielfältig aktiv engagiert.

Was den Verband Ökokiste e.V. darüber hinaus besonders macht, ist das Gefühl der Gemeinschaft, das uns alle verbindet – seien es Mitglieder, Kundinnen und Kunden oder Partner. Dieses Miteinander basiert auf gegenseitigem Respekt und der Überzeugung, dass wir gemeinsam mehr erreichen können.

Es geht uns nicht nur um den Verkauf von Bio-Lebensmitteln, sondern um die Förderung eines Lebensstils, der die Gesundheit unseres Planeten und aller seiner Bewohnerinnen und Bewohner in den Vordergrund stellt.

Wir laden dich ein, Teil dieser Bewegung zu werden.

Ob als Kundin oder Kunde, die oder der bewusst Bio-Lebensmittel wählt, oder als neues Mitglied, das sich uns anschließen möchte – zusammen können wir viel bewegen. Durch deine Entscheidung für Bio unterstützt du nicht nur eine nachhaltigere Landwirtschaft, sondern auch eine gerechtere und enkeltaugliche Welt.

Seit unserer Gründung haben wir viele Meilensteine erreicht, aber unsere Reise ist noch lange nicht zu Ende. Mit jedem Mitglied, jeder Kundin und jedem Kunden wächst unsere Kraft, positive Veränderungen zu bewirken.

Bilder: Ökokiste e.V.