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Kürbis: Harte Schale, gesunder Kern

 

Butternut, Muskat oder der beliebte Hokkaido: Weltweit gibt es über 800 verschiedene Kürbisarten. In Größe, Farbe, Form und Geschmack unterscheiden sie sich zum Teil stark. Rund 200 der Sorten sind essbar. Und im Herbst beginnt für einen Großteil der Kürbisse die Erntezeit.

Saison

Im regionalen Anbau werden die Kürbisse von Ende April bis Mitte Mai angepflanzt. Die Erntezeit beginnt bereits im August, dann ist die Sorte Patison/Custard White, besser bekannt als UFO-Kürbis, reif. Den Höhepunkt erreicht die Kürbiszeit im September und Oktober. Am bekanntesten ist der orangerote Hokkaido, der einen nussigen Geschmack hat und dessen Schale nicht geschält werden muss. Auch der oval-runde Spaghettikürbis ist im September reif, ebenso wie der Muskatkürbis mit seiner typischen gerippten Form. Nur wenig später hat der gelbliche Butternut-Kürbis seinen großen Auftritt. Mit dem ersten Frost endet Mitte November die Kürbiszeit. Das bedeutet aber nicht, dass Ihr bis zum nächsten Herbst auf Euren Lieblings-Kürbis verzichten müsst. Bei unbeschädigter Schale lassen sich die Kürbisse zuhause mehrere Wochen oder Monate lagern.

Insgesamt gibt es ca. 800 Kürbissorten, 200 davon sind essbar.

Herkunft

Der Kürbis ist einer der ältesten Nutzpflanzen. Sein Ursprung geht auf Wildarten in Mittel- und Südamerika zurück, dort gilt er seit zehntausend Jahren als Grundnahrungsmittel der indigenen Bevölkerung. Vermutlich wurden jedoch viele tausend Jahre lang ausschließlich die ölhaltigen Kerne genutzt. Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier dann den Kürbis von Lateinamerika nach Europa.

Bei uns ist jedes Jahr Ende Oktober die Zeit reif zum Kürbisschnitzen. Die Tradition zu Halloween hat ihre Herkunft übrigens in einer alten Legende aus dem katholischen Irland.

Aussehen

Kürbisse sind genauso schmackhaft wie dekorativ. Aus botanischer Sicht handelt es sich dabei nicht um Gemüse, sondern um eine Frucht – genau genommen ist der Kürbis eine sogenannte Panzerbeere, denn seine Außenhaut verholzt im reifen Zustand. Die einzelnen Kürbissorten unterscheiden sich in Form, Farbe und Größe. Noch bunter sind die Zierkürbisse, die häufig mehrere Farben haben und teils bizarre Formen annehmen können.

Der schwerste Kürbis der Welt stammt aus Italien und brachte im September 2021 ganze 1226 Kilogramm auf die Waage. Der deutsche Rekord liegt bei 916 Kilogramm und wurde seit dem Jahr 2018 nicht gebrochen.

Der Butternut-Kürbis wird wegen seiner Form auch Birnenkürbis genannt. 

Was drinsteckt

Kürbisse bestehen zum Großteil aus Wasser und sind sehr kalorienarm. In ihnen sind Mineralstoffe wie Kalium und Eisen enthalten sowie ein hoher Gehalt an Beta-Carotin. Das ist auch verantwortlich für die orangene Färbung des Fruchtfleisches. Kürbisse sind gewöhnlich sehr bekömmlich.

Außerdem stecken im Inneren leckere Kürbiskerne. Diese lassen sich einfach in der Pfanne oder dem Backofen rösten und sind eine wertvolle Ergänzung für Suppen und Salate mit Zink, Magnesium, Eisen, Selen und vielen ungesättigten Fettsäuren.

Gut zu wissen

Beim Eigenanbau sollten nicht mehrere Kürbis-Arten gemeinsam kultiviert werden. Sonst steigt die Gefahr, dass sich die Pflanzen gegenseitig befruchten und Wildformen entstehen. Dadurch können giftige Kürbisse entstehen, die bitter schmecken und nicht zum Verzehr geeignet sind. Das liegt am giftigen Bitterstoff Cucurbitacin, der auch in Zierkürbissen enthalten ist. Diese sollten bei Euch ebenfalls nicht auf dem Teller landen.

Bei kleineren Kürbissen ist das Fruchtfleisch meist fester und enthält weniger Fasern.

Tipps für die Küche

Reife Kürbisse erkennt Ihr am hohlen Klang beim Klopfen auf die Schale. Bei kleineren Kürbissen ist das Fruchtfleisch meist fester und enthält weniger Fasern. Außerdem ist der Geschmack intensiver als bei größeren. Zudem solltet Ihr zu Kürbissen mit Stiel greifen, denn ohne Stiel trocknen sie schneller aus.

Saisonal, regional und bio: Im Herbst ist Kürbis eine gute Wahl für eine nachhaltige Ernährung. Er lässt sich zudem sehr gut lagern.

Unsere Kürbis-Rezepte:

 

Asiatische Kürbissuppe

Warmer Chinakohlsalat in gebackenem Kürbis
Kürbis-Curry mit Kichererbsen

Bilder: Lotta Karotta Bio-Lieferservice / Ökokiste e.V.

Bio für jeden Tag – geht das?

 

Wenn die Preise für Gas und Lebensmittel steigen, haben viele Verbraucher*innen Bedenken, vermeintlich teurere Bio-Produkte in den Einkaufskorb zu packen. „Vermeintlich“ deshalb, weil bei ganzheitlicher Betrachtung inklusive der verursachten Umweltschäden konventionelle Lebensmittel sogar teurer sind als Bio-Waren – darüber lest Ihr mehr im Artikel „Real Costs“. Doch ungeachtet dessen haben wir Tipps für euch gesammelt, die gleichzeitig Geldbeutel und Umwelt schonen.

Saisonal und regional

Ein Blick auf den Saisonkalender lohnt sich nicht nur, um möglichst klimafreundlich einzukaufen. Saisonales Obst und Gemüse ist auch günstiger, da das Angebot in der Erntezeit groß ist und die Preise dementsprechend sinken. Was in der Umgebung wächst, muss nicht von weit her herangekarrt werden, weist damit eine bessere CO2-Bilanz auf und schmeckt einfach besser, da es reif geerntet werden kann. Zudem stecken deutlich mehr Vitalstoffe darin.

Was in der Umgebung wächst, hat keine langen Wege hinter sich und ist saisonal einfach verfügbar.

Richtige Lagerung

Die einfachste Wahrheit überhaupt: Am teuersten sind die Lebensmittel, die Ihr gar nicht verzehrt sondern in den Müll werft. Natürlich passiert es jedem mal, dass es irgendwie anders läuft als geplant. Damit dann die bereits eingekauften Lebensmittel nicht verderben, sollten sie optimal gelagert werden. Wusstest Du zum Beispiel, dass Äpfel ein Reifebeschleuniger für anderes Obst in der Schale sind? Und dass Tomaten nicht in den Kühlschrank gehören? Was tust Du, damit Spargel möglichst lange knackig bleibt? Oder war Dir klar, dass Frühlingszwiebeln wirklich ewig halten und sogar noch nachwachsen, wenn Du sie in ein Glas Wasser stellst? Unsere Ökokisten-Betriebe stehen Euch mit Lagertipps, Rat und Tat zur Seite. Mehr Tipps rund um saisonales Bio-Obst und -Gemüse findet Ihr auf unserem Blog.

Mit einer Ökokiste durch die ganze Woche

Das Kochen mit frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln ist gesund und kostengünstiger als Fertiggerichte. Zudem fällt in der Regel nur ein Bruchteil an Verpackungsmüll an und man weiß ganz genau, was auf dem eigenen Teller landet. Es gilt dabei immer: Eine gute Planung spart viel Geld – und geht mit der Ökokiste ganz einfach. Saisonal und regional liefern unsere Bio-Lieferbetriebe frisches Bio-Obst und -Gemüse zu Euch nach Hause. Dass Bio dabei nicht teuer ist, wenn Ihr selbst kocht, gut lagert und clever haushaltet, zeigen wir Euch an einem Beispiel: Wir rechnen mit einer durchschnittlichen Winterkiste voll mit heimischem, saisonalem Gemüse für zwei Personen. Kosten: 25 Euro, inklusive Lieferung direkt vor Eure Haustüre. Die Preise variieren natürlich je nach Jahreszeit – wir haben mal eine Beispielkiste für Euch gepackt. Darin könnten etwa enthalten sein:

  • 650 gr Topinambur
  • 500 gr Zwiebeln
  • 1 kg Hokkaido
  • 800 gr Rosenkohl
  • 125 gr Karotten
  • 1 Schale Kresse
  • 100 gr Rucola
  • 250 gr Champignons
  • 800 gr Rote Bete
  • 100 gr Feldsalat

Zubereiten lässt sich damit ein leckerer Rosenkohlauflauf, eine cremige Topinambursuppe, Ofenkürbis mit Feta, leichte Rucola-Pasta und ein Rote-Bete-Gulasch für kalte Tage. Für eine tägliche Hauptmahlzeit schlagen also pro Person über die gesamte Woche hinweg 12,50 Euro zu Buche. Zwar kommen noch die Kosten für Nudeln, Öl, etc. dazu, doch der Preis pro Person beträgt dafür unter zwei Euro pro Tag. Einige Gerichte reichen dabei sogar für zwei Tage, um Euch das tägliche Kochen zu ersparen.

Kürbis mit Feta ist im Herbst ein preiswertes Gericht, das auch das Klima schont. 

Und weil die Ökokiste bis zu Euch nach Hause liefert, spart Ihr zusätzlich Zeit. Unsere Lieferung ist im übrigen auch nachhaltig: Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unserer CO2-Bilanz, indem wir unsere Fahrtstrecken optimieren und viele Betriebe liefern mit Elektroantrieb und/oder Lastenrad aus. So konnten wir die gefahrenen Kilometer pro gelieferter Kiste im Verbandsschnitt auf 2,3 senken – und das ist noch nicht Ende der Fahnenstange. Wie immer lohnt es sich hier genau hinzuschauen: Wir reden von den Kilometern, die ein Salatkopf vom Ökokisten-Betrieb bis zu Euch macht und der zuvor in den meisten Fällen lediglich dort vom Feld in die Kiste gewandert ist. Kauft Ihr einen Salatkopf im Supermarkt um die Ecke, hat der in der Regel bereits vorher deutlich mehr Kilometer zurückgelegt.

Rosenkohlauflauf: Soulfood für mehrere Personen. Mehr saisonale Rezepte findet Ihr in unserer Rezepte-Übersicht.

Weniger Fleisch: schont Geldbeutel und Klima

Die steigenden Preise machen sich auch an der Fleischtheke bemerkbar. Bei einem jährlichen Fleischkonsum von durchschnittlich 60,5 Kilogramm pro Kopf in Deutschland [1] geht das ordentlich ins Geld. Und auf Kosten des Klimas: Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen geht davon aus, dass 18 Prozent der Treibhausgas-Emissionen auf die Fleischproduktion zurückzuführen sind. Ergänzt man seinen Speiseplan um vegetarische Gerichte, verbessert das die persönliche Klimabilanz erheblich. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes entstehen bei der Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch bis zu 28 Kilogramm Treibhausgase, bei Gemüse und Obst sind es weniger als ein Kilogramm.[2] Egal, ob man komplett auf Tierisches verzichtet oder einfach für mehr Gemüse auf dem Teller sorgt: beides hilft sowohl Klima als auch Geldbeutel. Ein Chili con Carne schmeckt mit der Hälfte an Hackfleisch mindestens genauso lecker – oder aber Ihr lasst es ganz weg und ersetzt es beispielsweise durch gelbe Linsen.

Bio ist nicht alltagstauglich? Und ob. Überzeuge dich selbst und finde noch heute deinen Ökokiste-Lieferbetrieb.

Eine Ökokiste mit Bio-Obst und -Gemüse aus der Region: Bequem geliefert und frisch vom Feld.

Lebensmittel­verschwendung: Einfälle gegen Abfälle

 

Rund elf Millionen Tonnen an Lebensmitteln landen in Deutschland jährlich im Müll. Mehr als die Hälfte davon stammt aus privaten Haushalten. Diese Strategien helfen Euch, weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Regelmäßig muss der EU-Kommission vorgelegt werden, wie viele Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette anfallen. Ein kürzlich erschienener Bericht zeigt: Im Jahr 2020 wanderten rund 11 Millionen Tonnen an Lebensmitteln in den Müll. Unvorstellbare Menge? In etwa ist sie vergleichbar mit dem Gewicht von 58.000 Blauwalen![1] Dieser riesige Berg an Abfall besteht vor allem aus übrig gebliebenen Speiseresten und nicht verkauften Lebensmitteln, aber auch aus einzelnen Bestandteilen wie beispielsweise Nussschalen, Kaffeesatz oder Gemüseabfällen.

Den Großteil verursachen private Haushalte: Etwa 78 Kilogramm schmeißt jede Person im Durchschnitt in Deutschland jedes Jahr in den Müll, schätzt das Statistische Bundesamt.[2] Meist sind es vermeidbare Lebensmittelabfälle wie frisches Obst und Gemüse, Brot und Backwaren gefolgt von Getränken und Milchprodukten.[3]

Nicht nur die Knolle vom Radieschen ist für den Teller geeignet: Aus den Blättern kann man zum Beispiel ein leckeres Pesto zaubern. 

Verschwendung vermeiden? So geht’s

Tipp 1: Alles verputzen!

Es ist mittlerweile bekannt, dass bei einem Apfel in der Schale die meisten Nährstoffe enthalten sind. Aber wusstet Ihr, dass das bei Rote Bete oder Hokkaido-Kürbis genauso ist? „Leaf to Root“ heißt der Ansatz der Schweizer Journalistin Esther Kern, die alles an einem Obst und Gemüse nutzen möchte – vom Blatt bis zur Wurzel. In der konventionellen Produktion sind diese Teile häufig stark mit Pestiziden belastet. Daher ist es wichtig, ökologisch erzeugte Lebensmittel zu verwenden. Bio-Obst und -Gemüse aus Eurer Ökokiste könnt Ihr natürlich bedenkenlos mit Haut und Haaren verzehren – die Weiterverarbeitung von Schalen, Blättern und Wurzeln ist Eurer Kreativität überlassen.

Das Rezept für dieses leckere Radieschengrün-Pesto findet Ihr hier.

Tipp 2: Genau hinschauen und vorsorgen!

Am besten macht Ihr Euren Koch- und Einkaufsplan für die Woche in einem Rutsch. So könnt Ihr sicher sein, dass Ihr Eure Einkäufe verbraucht und sie nicht alt werden. Viele Ökokisten-Betriebe bieten übrigens auch Kochkisten an, bei denen Ihr das Rezept und alle entsprechenden Zutaten in den hochgerechneten Mengen, die Ihr benötigt, bequem nach Hause geliefert bekommt. Oft lassen sich Lebensmittel auch noch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verzehren: Blick- und Geruchsprobe helfen hier weiter.

Tipp 3: Nicht Schnell-schnell!

Die ToGo-Verpflegung trägt ebenfalls zum Müllproblem bei. Reicht die Zeit zwischen den Meetings nicht, landet der Rest des Sandwiches aus dem Kühlregal neben den unzähligen Verpackungen im Müll. So entstehen jährlich fast zwei Tonnen Lebensmittelabfälle. Wie man das vermeidet: Gesunder Menschenverstand, selbst kochen und gut planen, dann bleibt nämlich oft noch etwas für den nächsten Tag übrig. In vielen Rezeptvorschlägen aus der Ökokiste findet Ihr Tipps, wie sich Reste am Folgetag noch lecker zubereiten lassen. Fertig ist damit das nächste leckere Mittagessen für die Arbeit – und günstiger ist es obendrein.

Lust auf Kochen? Regional und saisonal? In unserer Rezeptdatenbank findest Du Tipps und Rezepte rund ums Jahr. 

Tipp 4: Reste nutzen!

Der Handel hat mit 0,8 Millionen Tonnen einen vergleichsweisen geringen Anteil an der Entstehung von Lebensmittelabfällen. Apps wie Too Good To Go helfen den Verbraucher*innen dabei, Lebensmittel zu kaufen, die andernfalls entsorgt werden würden. Noch besser ist es, gar keine überflüssigen Lebensmittel zu produzieren. Da die Ökokisten-Betriebe – im Gegensatz zu Lieferbetrieben, die on-demand liefern – aufgrund des Bestellvorlaufs ihre benötigten Warenmengen gut planen können, bleibt in der Regel nicht viel übrig. Und wenn doch mal Reste entstehen, stellen viele Betriebe sie den Tafeln oder anderen gemeinnützigen Initiativen zur Verfügung.

Tipp 5: Selbst ernten!

Weißt Du was eine Nachernte ist? Wie das Wort schon sagt – das ist eine Ernte nach der eigentlichen Ernte. Weil sich nicht alle Feldfrüchte für den Verkauf eignen, etwa aufgrund von Beschädigungen oder ihrer Größe, können sie regulär nicht geerntet werden und werden wieder untergepflügt. Schade drum – denn trotz Macken kann dieses Gemüse selbstverständlich gut schmecken. Es gibt deshalb landwirtschaftliche Betriebe, die zur Nachernte einladen und allen, die mitmachen möchten, damit ein fröhliches Ernteerlebnis und volle Körbe bescheren. Auch einige Ökokisten-Betriebe organisieren Nachernten. Schaut doch mal, ob es das auch in Eurer Nähe gibt.

Nachernte am Ökokisten-Betrieb Bioland Lammertzhof: Spaß und Erlebnis für Groß und Klein – und dazu noch ein Zeichen gegen die Verschwendung.

Bewusst konsumieren

Wir alle sind dafür verantwortlich, unseren Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen zu leisten. Mit der Ökokiste möchten wir es Euch leicht machen, das eigene Ernährungs- und Konsumverhalten umzustellen. Um Euch und der Umwelt etwas Gutes zu tun, kann selbst eine kleine Veränderung Großes bewirken. Auch darüber im Freundes- und Familienkreis zu sprechen, kann etwas bewegen und Leute davon begeistern, sich aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung einzusetzen.

Ihr wollt noch mehr gegen Lebensmittelverschwendung unternehmen? Weitere Tipps findet Ihr hier.

 

Bilder: Verband Ökokiste e.V. Lammertzhof 

Nachhaltig verpacken: Mehrweg spart Müll

 

Wer an seinen vergangenen Einkauf im Supermarkt denkt, weiß, wie viel Müll bei der Verpackung von Obst und Gemüse entsteht. Meist sind es Plastikfolien, Netze oder Schalen, die zuhause ohne weitere Nutzung entsorgt werden. Im Jahr 2019 entstanden dadurch laut Naturschutzbund über 100.000 Tonnen Verpackungsmüll, bestehend überwiegend aus Kunststoff sowie Papier, Pappe und Karton. Diese Einweg-Plastik-Wegwerf-Kultur ist nicht mit unserem Anspruch an Umweltschutz und Nachhaltigkeit vereinbar.

Weniger ist mehr

Wir möchten die gesamte Ökobilanz unserer Waren nachhaltig gestalten. Unser Ziel ist es, so verpackungsarm und plastiksparend wie möglich zu wirtschaften. Mehrwegsysteme haben bei uns deshalb Vorrang. Ein Grundbaustein unserer schlauen Verpackungskonzepte ist die grüne Mehrwegkiste, in denen wir schon seit vielen Jahren unsere Bio-Produkte ausliefern. Dazu kommen weitere Pfandverpackungen wie Joghurtgläser und Milchflaschen, die im Gegensatz zu Getränkekartons und Einwegbechern eingesammelt und weiterverwendet werden können.

Und: Wir nehmen bei der Lieferung die Pfandverpackungen von der Vorwoche gern wieder mit, vom Joghurtglas bis zur Getränkekiste. Bei frischem Obst und Gemüse setzen wir wo nötig auf weiteren Schutz, damit unsere Produkte bei Euch ohne Makel, Schmutz oder Druckstellen ankommen.

Selbst wer beim Einkauf im Supermarkt auf Bio achtet muss hinterher große Mengen Plastik und weiteren Müll entsorgen. 

Viele unserer Betriebe nutzen dazu das Tütle-Inlay. Der Einleger besteht aus einhundert Prozent kompostierbarem und ungebleichtem Spezialpapier, hält Nässe ab und wird CO2-neutral hergestellt. Bei kleinteiliger Ware werden die einzelnen Biokisten-Lieferbetriebe kreativ: Einige haben Mehrwegschälchen aus Altpapier, Holzschliff oder recyclingfähigem Polypropylen entwickelt, um zum Beispiel empfindliche Cocktailtomaten oder Beeren unbeschadet an ihre Kund*innen zu liefern. Viele dieser Verpackungen können zurückgegeben und wiederverwendet werden. Die Ressourcen bleiben im Umlauf. Wo kein Pfandsystem möglich ist, setzen wir auf Beutel und Tüten aus hundert Prozent Recyclingpapier. So sind Trauben, Blattgemüse oder Kräuter bestmöglich vor Austrocknung oder auch Frost geschützt.

Plastikarme Wertschöpfungskette

Durch unser Mehrwegsystem schonen wir die Umwelt und sparen wertvolle Ressourcen ein. Das häufige Wiederverwenden verhindert ständige Neuproduktionen, spart Müll und Energie und vermindert den Rohstoffverbrauch. Doch spricht man von Verpackung, muss die gesamte Wertschöpfungskette mitgedacht werden. Wir achten nicht nur bei uns auf eine plastikarme Lieferung, sondern beziehen die gesamte Wertschöpfungskette ein. Denn bevor die Produkte bei Euch ankommen, gelangen sie vom Feld in die Packhalle oder vom Bio-Betrieb zum Bio-Großhandel.

Um auch bei diesen Prozessen möglichst viel Müll zu vermeiden, kommen beim Transport wo möglich Spanngurte statt Einwegfolien zum Einsatz. Statt einzelnen Kartons nutzen wir am liebsten Mehrwegboxen. Kann der Gebrauch von größeren Kartonagen nicht vermieden werden, landet das Material noch lange nicht in der Tonne. Die Kartons werden häufig perforiert und schützen als Füllmaterial oder Ummantelung Flaschen und Gläser.

Neben den Papiertüten nutzen einige Betriebe vermehrt Beutel aus kompostierbarer Zellulose. Diese sind ebenso feuchtigkeitsresistent und lösen sich nicht auf. Die Verpackung ist so robust, dass Feldsalat und Spinat sowie feuchtes Obst und Gemüse sicher verpackt sind. Das atmungsaktive Material hält den Inhalt zudem länger frisch.

Bilder: Verband Ökokiste e.V. Flotte Karotte / Lotta Karotta Bio-Lieferservice

“Real costs”: Wie teuer ist Bio wirklich?

 

«Kann ich mir nicht leisten» – so die Bedenken Vieler momentan, wenn es um Bio geht. Vergleichen wir jedoch den „wahren“ Preis von Lebensmitteln, kommen uns billige Produkte aus dem Discounter sowohl als Einzelperson aber auch gesamtgesellschaftlich am Ende deutlich teurer zu stehen. 

Die Inflation drückt die Stimmung in der Biobranche. Verfestigt sich dieser Trend, sind die Folgen für den geplanten Ausbau des Biolandbaus und für die Umwelt fatal. Denn tatsächlich werden die Folgekosten einer günstigen Ernährung nicht an der Supermarktkasse gezahlt, sondern kommen in der Gesamtbilanz der Allgemeinheit teuer zu stehen. So kompensieren wir alle finanziell und gesundheitlich die Folgen z. B. von nitrat- und pestizidverunreinigtem Grundwasser, von Bodenerosion und Hochwasserereignissen, Treibhausgasemissionen und dem Verlust von bestäubenden Insekten. Und weil die «externen» Kosten nicht im Produktpreis enthalten sind, werden unsere umweltschädigenden Konsum- und Produktionsmuster auch noch gefördert. Wirtschaftlich findet nicht zuletzt eine Verteilung von unten nach oben statt – denn die Agrokonzerne sowie große Discounterketten tragen letztlich den größten Teil der Gewinne davon.

Gründe für den Preisunterschied

Sicher ist: die hohen Folgekosten von viel zu billig (u.a. mithilfe von einem viel zu hohen Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide) produzierten Nahrungsmitteln, ist eine desaströse Fehlentwicklung, die einer politischen Nachregulierung am gesamten System bedarf. Bis diese greift, müssen wir uns mit den Fakten auseinandersetzen: Biolebensmittel kosten heute immer noch meist (etwas) mehr als herkömmliche Produkte. Die Ursachen sind höhere Produktionskosten durch arbeits- und platzaufwändigere Verfahren beim Pflanzenbau und in der Tierhaltung, dazu häufig geringere Erträge und eine oft zeit- und kostenintensivere Verarbeitung. Auch durch meist niedrigere Verarbeitungsmengen sind die Stückkosten höher. Dazu kommen die Kosten für die umfassende Kontrolle der Bio-Richtlinien, die sich ebenfalls im Preis von Bioprodukten wiederfinden (BÖLW, 2012[1]).

Je nachdem, um welche Produkte es sich handelt, ist der Mehrpreis für Bioprodukte jedoch sehr unterschiedlich und teilweise sogar nur gering. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man ein Bioprodukt mit einem entsprechenden Markenprodukt vergleicht. Auch ist die Preisspanne gering, wenn man Lebensmittel aus saisonalem und regionalem Bioanbau bzw. entsprechend konventioneller Erzeugung miteinander vergleicht.

Das Rechenmodell

Um die Mär von «Bio ist für mich zu teuer» konkret zu entschärfen, ist die Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) (Schlatzer und Lindenthal, 2019[2]) aufschlussreich. Sie zeigt nämlich, dass der Bio-Einkauf gar nicht viel teurer sein muss, als zu konventionellen Produkten zu greifen.

So wurde in einer Untersuchung der durchschnittliche Wocheneinkauf für eine vierköpfige Familie in Österreich nach verschiedenen Einkaufsvarianten berechnet und miteinander verglichen. Es wurde deutlich, dass sich der Umstieg des Einkaufsverhaltens hin zu einem Warenkorb mit gesünderen Nahrungsmitteln, d.h. deutlich weniger Fleisch, mehr Obst und Gemüse, weniger Softdrinks etc. in der Summe preislich kaum niederschlug. Im Gegenteil – durch den Umstieg auf eine gesunde Ernährung könnte eine Familie in einer Woche am Ende einen Geldbetrag sparen, der ihnen ermöglichen würde, einen Anteil von mehr als zwei Dritteln ihrer gesamten Lebensmittel aus biologischer Erzeugung einzukaufen.

Zugegeben – seine Ernährungsgewohnheiten dauerhaft zu ändern, ist nicht leicht. Doch blicken wir auf die Herausforderungen wie Klimawandel oder das Artensterben, ist ein verändertes Konsumverhalten im Grunde unumgänglich. Je schneller es uns jetzt noch gelingt, den Wandel selbstinitiativ voranzutreiben, umso weniger drastisch werden am Ende die Konsequenzen sein, die ansonsten nicht mehr verhandelbar sind.

Eine der wichtigsten Anpassungen, die jede und jeder vornehmen kann, ist beispielsweise die Verringerung seines Konsums von Wurst und Fleisch. So haben die Wissenschaftler*innen der bereits genannten Studie errechnet, dass bei einer Veränderung hin zu gesünderer Ernährung mit u.a. einer Reduktion von Fleisch von jährlich derzeit im Schnitt 65 kg/Person auf ca. 20 kg/Person pro Jahr eine vierköpfige Modellfamilie etwa 40 % der ernährungsbedingten Treibhausgase einsparen könnte. Im Grunde eine gute Nachricht, zeigt es doch das enorme Potenzial von Maßnahmen, die wir selbst in der Hand haben.[3]

Besonnenheit und Weitblick nötig

Konventionelle Lebensmittel und eine ungesunde Ernährung sind im Verhältnis viel zu billig. Notwendig ist es, dass nachhaltig produzierte und gesunde Lebensmittel für alle bezahlbar sind. Noch kurz vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine war dieses Bewusstsein bei vielen Menschen gewachsen und in Zeiten der Pandemie entschied sich eine wachsende Zahl von Bürger*innen für den Kauf von Biolebensmitteln. Angesichts der weiteren existenziellen Krisen wie Klimawandel und Artensterben dürfen wir nicht zuschauen, wie sich dieser positive Trend nun wieder in sein Gegenteil verkehrt. Statt reflexhafter, rückwärtsgewandter Schnellschüsse (wie z.B. die Idee, Naturschutzgebiete für die – freilich konventionelle – Landwirtschaft umzuwidmen[4]) braucht es mehr denn je Besonnenheit und Weitblick für langfristig sinnvolles Gegensteuern.

Letztlich kann der Wandel  nicht von Einzelpersonen getragen werden; zuallererst ist die Politik gefragt, die bestehenden Wettbewerbsnachteile ökologischer Nahrungsmittelerzeugung auch und gerade in Krisenzeiten auszugleichen. Ein wesentlicher Baustein wäre hierbei u.a. die Einführung einer Pestizid-Abgabe, die den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft mit finanzieren kann. Auch müssen die Zulassungsverfahren von chemisch-synthetischen Pestiziden wesentlich verbessert werden.

Diese und viele weitere gute Ideen[6] sind seit Jahren auf dem Tisch, es gilt mehr denn je, sie endlich umzusetzen. Bevor es zu spät ist – für uns, aber vor allem für unsere Enkelinnen und Enkel.

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Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit vom Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V. und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau Österreich (www.FibL.org)

[1] BÖLW (Hrsg.) (2012): 28 Antworten zum Stand des Wissens rund um Ökolandbau und Bio-Lebensmittel. Abrufbar unter http://ernaehrungsdenkwerkstatt.de/fileadmin/user_upload/EDWText/TextElemente/Ernaehrungsoekologie/OEkolebensmittel_28-bioargumente_BOELW_Broschuere.pdf (zuletzt abgerufen am 1.7.2022)

[2] Schlatzer, M. und Lindenthal, T. (2019): Bio, gesund und leistbar – geht das? Auswirkungen eines geänderten Einkaufverhaltens auf Kosten und Klimawandel. FiBL im Auftrag von WWF Österreich. Abrufbar unter: https://www.wwf.at/wp-content/cms_documents/warenkorbstudie_final_-januar-2019.pdf. Zuletzt abgerufen am 21.06.2022.

[3] Die Zahlen können aufgrund unterschiedlicher Lebensmittel-Preisniveaus in Österreich und Deutschland nicht eins zu eins auf den dt. Wocheneinkauf umgelegt werden; so lag das Preisniveau für Lebensmittel im Vergleich zum EU Durchschnitt in Österreich 2019 bei 124 %, in Deutschland bei 101 % (Eurostat, 2019[3]). Das Ergebnis bleibt: der Bioeinkauf ist nicht zwangsläufig teurer, als der Gang zum Discounter.

[4] In einem Maßnahmenplan vom 23.03.2022 schlug die EU-Kommission zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit die uneingeschränkte Freigabe von Öko-Vorrangflächen für den Lebensmittelanbau vor. Dies würde auch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden auf diesen Flächen ermöglichen, die eigentlich der Förderung von Biodiversität und Umwelt dienen, s. https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-7426-2022-INIT/en/pdf (abgerufen am 04.07.2022)

[5] Aus «Der Preis ist vielen wichtiger als Bio» SZ vom 30.06.2022 mit Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK, s. https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/alnatura-utopia-lebensmittelpreis-inflation-bio-lebensmittel-landwirtschaft-agrarwende-1.5612620 (abgerufen am 04.07.2022)

[6] Siehe z.B. im Forderungskatalog der aktuellen Unterschriftenkampagne des „Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V.“ an den dt. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir unter www.enkeltauglich.bio/ackergifteneindanke

Bilder: Verband Ökokiste e.V. 

Vorurteile? Biologisch abbaubar!

 
Immer wieder haben wir es mit Meinungen, Ängsten und Vorurteilen in Sachen „Bio“ zu tun, zu denen wir gern Stellung beziehen. Wir haben mal gesammelt.

 

Bio-Lebensmittel sind nicht gesünder!

Bio-Lebensmittel enthalten deutlich weniger Rückstände und Schadstoffe als konventionelle Produkte. Das ergibt das Ökomonitoring des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes in Stuttgart, das jährlich ökologisch erzeugte Lebensmittel systematisch auf Rückstande und Kontaminationen überprüft.[1]

Demnach enthält ökologisches Obst und Gemüse mit durchschnittlich 0,002 mg/kg sehr wenig Pestizidrückstände. Bei konventionellem Gemüse liegt der Wert bei 0,4, konventionell erzeugtes Obst fällt mit 0,48 sogar noch höher aus.[2]

Es zeigt sich deutlich: Bio-Produkte enthalten nachweisbar weniger unerwünschte Stoffe. Woran liegt das? Die Bio-Landwirtschaft kommt ohne chemische Substanzen aus und wirkt sich weniger schädlich auf die Umwelt aus. Somit lässt sich der komplette Ökolandbau als besser beschreiben – für Mensch und Tier. Lest dazu auch den Beitrag Öko-Boden: Da ist Leben drin!

[1] Ökomonitoring Baden-Württemberg, https://oekomonitoring.ua-bw.de/start.html

[2] Ökomonitoring 2021, https://www.untersuchungsaemter-bw.de/pdf/oekomonitoring2021_langfassung.pdf

 

Das kontrolliert doch keiner!

Doch, und zwar öfter als in konventionellen Betrieben. Mindestens einmal jährlich werden alle Bio-Höfe und Bio-Unternehmen zusätzlich zur allgemeinen Lebensmittelüberwachung kontrolliert. Auf der Grundlage der EU-Öko-Verordnung wird dabei vom Acker bis zur Ladentheke alles überprüft – nicht nur das Endprodukt, sondern der gesamte Produktionsprozess.

Verantwortlich dafür ist ein staatlich überwachtes Kontrollsystem. Regelmäßige stichprobenartige Prüfungen sorgen für eine konsequente Einhaltung der Richtlinien. Die Bio-Betriebe müssen unter anderem nachweisen, dass sie auf ihren Ökoflächen keine chemisch-synthetischen Pestizide einsetzen und die Äcker auf biologische Weise gesund halten. Bei Milchbetrieben wird beispielsweise überprüft, dass die Kühe ausschließlich Bio-Futter erhalten und genügend Platz zur Verfügung haben. Fehler müssen innerhalb einer vorgegebenen Frist behoben werden.

Konventionelle Betriebe werden weitaus weniger kontrolliert. Die geltenden Regelungen der Kontrollen werden laufend aktualisiert. So könnt Ihr sicher sein: Wo Bio draufsteht, ist wirklich Bio drin. Wir Ökokisten haben übrigens noch weitere Zertifizierungsrichtlinien, die über die Mindeststandards weit hinausgehen.

 

Nicht alle Menschen können sich Bio leisten!

Bio-Produkte machen den Landwirt*innen mehr Arbeit, da für die Erzeugung mehr Aufwand entsteht. Das erhöht den Preis, den wir für ökologische Lebensmittel zahlen. 

Dass sich derzeit nicht alle Menschen Bio-Produkte leisten können, stimmt soweit. Wenn das Geld knapp ist, steht verständlicherweise in erster Linie die Grundversorgung im Vordergrund. Dass diese nicht ausschließlich mit biologischen Lebensmitteln gelingt, ist jedoch der Kernpunkt einer aktuellen Problematik: Biologische Lebensmittel sind nicht einfach zu teuer, konventionell erzeugte Produkte sind schlichtweg zu billig. Denn wenn man die negativen Auswirkungen auf die Umwelt in die Preisgestaltung miteinberechnet, würden alle Produkte insgesamt teurer werden. Das wenig überraschende Ergebnis stammt aus einer Studie der Universität Augsburg.[1] Demnach unterliegt Bio-Fleisch einem Preisanstieg von 107 Prozent und Fleisch aus konventioneller Tierhaltung würde um 285 Prozent teurer werden.

Die Preise würden sich mehr und mehr angleichen. Bezieht man noch mehr Faktoren wie Pflanzenschutzmittel und Bodenerosion mit ein, werden laut der Studie die Biolebensmittel plötzlich sogar zur günstigeren Alternative. Lest hierzu auch den Beitrag Es gibt keinen konventionellen Weg in die Zukunft.

[1] Studie „How much is the dish? Was kosten uns Lebensmittel wirklich?“, http://www.db.zs-intern.de/uploads/1537345607-LangfassungHowmuchisthedish.pdf

 

Den Tieren geht es mit Bio nicht besser!

Wir alle kennen die Bilder von zusammengepferchten Hühnern in überfüllten Käfigen und Mastschweinen in Ställen, in denen sie sich kaum bewegen können. Daher lohnt sich ein Blick auf die Anforderungen an die Tierhaltung, die auf Bio-Bauernhöfen gelten: Vorgeschriebene weitläufige Mindestflächen im Stall, Auslauf im Freien, kleinere Herden und Fütterung ausschließlich mit biologischem Futter. Auf eine präventive Gabe von Antibiotika oder Hormonen wird verzichtet. Puten behalten in der ökologischen Landwirtschaft ihre Schnäbel und Bio-Schweine ihre Schwänze.

Das alles wird mindestens einmal im Jahr von Fachstellen kontrolliert. Kein Vergleich zu konventioneller Massentierhaltung. Den Bio-Bäuer*innen liegt das Tierwohl sehr am Herzen, dafür richten sie die Haltung an den natürlichen Verhaltensweisen ihrer Tiere aus. Wir sprechen hier von „artgerechter Tierhaltung“.

 

Bio rettet doch nicht die Welt!

Die Rettung der Welt wird meist den Superheld*innen überlassen, doch unsere Bio-Landwirt*innen können mithalten. Denn sie tragen einen wichtigen Teil dazu bei, um Ernährungsgrundlagen wie Biodiversität und Ökosysteme aufrechtzuerhalten. Die ökologische Landwirtschaft hat eine günstige Energiebilanz.[1] Zum einen binden Bio-Flächen das klimaschädliche CO2, anstatt das Gas in die Atmosphäre zu entlassen. Zum anderen hilft die Abkehr von der Massentierhaltung, die Klimalast zu verringern.[2]

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die konventionelle Landwirtschaft eine Ernährungskrise nicht verhindern kann. Studien beweisen, dass Gegenden, die stark von Lebensmittelknappheit betroffen sind, vom biologischen Landbau extrem profitieren können.[3] Das beweisen unter anderem drei indische Bundesstaaten, die ihre Landwirtschaft komplett auf agrarökologisch umstellen.[4] Die Liste an Punkten, warum Bio besser für das Klima ist, ließe sich endlos fortsetzen. Und was unserem Klima hilft, kommt letztendlich auch uns zugute. Lest dazu auch den Beitrag Ökokiste wirtschaftet klimafreundlich.

[1] BOELW, https://www.boelw.de/news/ist-bio-klimafreundlich/

[2] BOELW, https://www.boelw.de/news/ist-bio-klimafreundlich/

[3] Studie: Diversification practices reduce organic to conventional yield gap, 2015, https://doi.org/10.1098/rspb.2014.1396

[4] UN Environment Programme, https://www.unep.org/news-and-stories/press-release/andhra-pradesh-become-indias-first-zero-budget-natural-farming-state

Bilder: Verband Ökokiste e.V. / Lotta Karotta Bio-Lieferservice / Hofbauernhof

Bio-Salat: Sommer ist Salatzeit!

Im Sommer ist ein frischer Bio-Salat sehr lecker und gesund, zudem versorgt er uns mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen.

Salat schafft im Sommer den Sprung von der Nebenrolle zum alleinigen Star am Tisch. Gerade wenn es draußen warm ist, kommt öfter Salat auf den Teller. Der ist ein echter Allrounder und gleichzeitig gut für den Körper – oder? Wie gesund ein Salat wirklich ist, hängt vom Zeitpunkt der Ernte ab.

Grundsätzlich gilt: Saisonal ist wichtig. In den Sommermonaten sollte der Salat gegessen werden, der dann auch in unseren Breiten Saison hat. Dann stecken besonders viele Aromen und Vitamine drin.

 
Diese Salate kommen im Sommer erntefrisch auf den Tisch

Eisbergsalat: Wer es knackig mag, wird den Eisbergsalat lieben. Der ist besonders haltbar und reagiert im Gegensatz zu anderen Salaten weniger empfindlich auf Wärme oder Kälte. Am Buffet der Sommer-Party ist er daher der ideale Begleiter. Seine festen Blätter haben einen leicht nussigen Geschmack und passen gut zu einem kräftigen Dressing.

Kopfsalat: Der Kopfsalat fällt durch seine Konsistenz auf, die leicht an Butter erinnert. Daher nennt man ihn auch Buttersalat. Beliebt sind die sogenannten Herzen im Inneren des Kopfsalates, die zart und knackig sind. Die meisten Nährstoffe sind aber in den großen Blättern enthalten. Er ist der Klassiker unter den Salaten, lässt sich gut mit anderen Blattsalaten mischen und verleiht Sandwiches einen Frische-Kick.

Radicchio: Der Radicchio wird hauptsächlich in Italien angebaut. Im Sommer wächst der lila-rote Salatkopf aber auch bei uns und kann bis in den Herbst hinein geerntet werden. Das bittere Aroma ist eine Bereicherung für jede Salatschüssel – nicht nur optisch. Der Radicchio ist auch beliebt zu warmen Gerichten, zum Beispiel zu Pasta oder auf Burgern. Wem er zu bitter ist, schneidet einfach den Strunk und die dicken weißen Blattrippen heraus, in denen am meisten Bitterstoffe enthalten sind.

Romanasalat: Vor allem bekannt ist diese Sorte mit ihren nussigen Salatherzen wegen ihrer Verwendung im Caesar’s Salad. Die Blätter sind geeignet, um sie kurz zu dünsten oder mit kräftigem Käse auf einem frisch belegten Brot zu überbacken.

Rucola: Sein unverkennbares Aroma erhält der Rucola durch Senföle, die in seinen Blättern enthalten sind. Er ist vielseitig einsetzbar und schmeckt in kalten Salaten oder mit Tomaten auf einer Pizza. Zusammen mit süßem Obst ergibt der Rucola einen fruchtigen Smoothie. Kleine Blätter und zarte Stiele schmecken meist weniger bitter. Bedeckt mit einem feuchten Tuch bleibt der Rucola durchschnittlich ein bis zwei Tage frisch.

Endiviensalat: Ab dem Spätsommer und den ganzen Herbst hindurch ist die Endivie bereit. In den Blättern ist der Bitterstoff Lactucopikrin enthalten, der als verdauungsanregend wirkt und Appetit macht. Die Endivie ist daher hervorragend als Vorspeise geeignet. Außerdem steckt in diesem Salat besonders viel Beta-Carotin, das gut für Augen und Haut ist.

Doppelt gesund

Ein Grund mehr für Euren nächsten Sommer-Salat: Weitere leckere Zutaten sind erntefrisch in Eurer Ökokiste, mit denen Ihr Eure Salatschüsseln üppig füllen könnt. Von Fenchel und Frühlingszwiebel über Mais und Mangold bis Karotte und Kohlrabi sind viele saisonale Produkte aus biologischem Anbau erntereif. Das ist nicht nur gut für Euch, sondern auch für den Ökolandbau in Eurer Umgebung.

Mit Bio-Salaten aus Deiner Ökokiste landen jede Menge Nährstoffe und Vitamine auf Deinem Teller – und das ohne Pestizide. An unsere Salate kommen nur organische Dünger, die für langsames Wachstum sorgen. Unser Salat aus eigener Erzeugung bleibt durch seine kurzen Transportwege maximal frisch. Auf Deinem Teller landet ein wertvolles Stück Natur voller Aromen.

Das Runde ins Eckige: Hier wandert der frische Bio-Salat in die Ökokiste.

Bilder: Verband Ökokiste e.V. / Lotta Karotta Bio-Lieferservice

Bio-Spargel: Ackergold in weiß und grün

 
Saison

Wann genau die Stangen ihre Köpfe aus der Erde stecken, lässt sich nur schätzen. Denn die Erntezeit ist von der Beschaffenheit der Ackerböden abhängig, außerdem spielen Wetter und Temperatur eine Rolle. Spargel wächst unter sehr günstigen Bedingungen fast 0,75 cm pro Stunde, so sind bis zu 10 cm täglich möglich. Wenn Betriebe ihre Felder beheizen oder mit Folie abdecken, kann der Spargel schon im März gestochen werden. Den ersten unbeheizten Spargel aus der Region könnt Ihr erst einige Wochen später, ungefähr ab April, kaufen. Die Spargelsaison wird mit dem „Spargelsilvester“ beendet, Termin dafür ist traditionell der 24. Juni.

Aus Feld aufkeimender Spargel
 
Herkunft

Spargel wächst im gesamten Mittelmeerraum, aber in den südlichen Regionen der EU kann er wegen der wärmeren Umgebung häufig schon im Februar geerntet werden. Schon die alten Griechen und Römer schätzten den Spargel in der Antike. Später kam er zu besonderen Anlässen beim wohlhabenden Bürgertum und Adelsfamilien auf den Tisch.

Aussehen

Weißer Spargel wächst unter einem hohen Damm an aufgehäufter Erde heran, daher bleiben die langen Triebe blütenweiß. Grüner Spargel ist dem Sonnenlicht ausgesetzt, so bekommt er seine Farbe. Frischen Spargel erkennt Ihr an geschlossenen Spargelköpfen und der Schnittstelle, die am besten glatt und feucht ist. Drückt Ihr diese leicht zusammen, tritt bei frischen Stangen ein bisschen Flüssigkeit hervor. Außerdem quietschen sie beim Aneinanderreiben und sie lassen sich leicht mit dem Fingernagel einritzen.

Was drinsteckt

Spargel besteht zum Großteil aus Wasser und ist ein kalorienarmes Frühlingsgemüse. Trotzdem ist er reich an Inhaltsstoffen, wie zum Beispiel Kalium, das blutdrucksenkend wirkt, oder Kalzium, das wichtig für unsere Zähne und Knochen ist. Durch das enthaltene Vitamin A unterstützt der Spargel unsere Sehleistung und Vitamin E wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus. Der relativ hohe Gehalt an Stickstoff fördert die Aktivität der Nieren und ist für die bekannte harntreibende Wirkung des Spargels verantwortlich.

Grüner Spargel enthält häufig noch mehr Nährstoffe. Welche der beiden Sorten nun aber gesünder ist, lässt sich nicht endgültig feststellen.

Spargel in Kiste
Gut zu wissen

An Bio-Spargel kommt natürlich keine Chemie, als Dünger kommen ausschließlich Kompost und Kleegras als Vorfrucht zum Einsatz. Um Unkraut auf dem Bio-Acker zu vermeiden, wird der Boden hier besonders oft angehäufelt und gehackt. Damit der Spargel keine unerwünschten Viren oder Pilzerkrankungen abbekommt, wachsen die einzelnen Pflanzen weiter entfernt voneinander als in der konventionellen Landwirtschaft. Das gilt übrigens auch für die Bio-Erdbeeren.

Tipps für die Küche

Um den herkömmlichen Spargel nach dem Kauf länger frisch zu halten, wickelt Ihr ihn am besten in ein feuchtes Tuch. Legt Ihr ihn so in das Gemüsefach Eures Kühlschranks, bleibt er bis zu drei Tage lang frisch. Grünen Spargel solltet Ihr etwas wärmer lagern und unbedingt aus einer Verpackung herausnehmen – falls er denn eine hatte. Die Köpfe sind nämlich äußerst empfindlich und brauchen Luft.

Wenn Ihr mal zu viel Spargel gekauft habt, kein Problem – die Stangen lassen sich einfrieren. Dazu vorher schälen und bei Bedarf direkt in das kochende Wasser legen.

Unsere Rezepte mit Spargel


Bilder: Verband Ökokiste e.V.

Ist Bio teuer?

Bio kostet mehr Geld, das ist klar. Warum das so ist und warum es wichtig ist, diesen Preisunterschied sehr differenziert zu betrachten, erläutert Heike Hoppe von der FairBio-Genossenschaft in einem Gastbeitrag. Ziel der Fair-Bio eG ist es, regionale und dezentrale Strukturen zu erhalten, zu stärken und zu fördern. Die Genossenschaft unterstützt hierfür zahlreiche Projekte und Initiativen. Sie hat sich im Sommer 2020 gegründet und nimmt seit Februar 2021 Mitglieder auf. Mitmachen können Privatpersonen, Bio-Fachhändler, -Landwirte, -Erzeuger und -Hersteller, die außerhalb von Konzernstrukturen agieren.

Gastbeitrag von Heike Hoppe, Fair-Bio eG

Streit um Lebensmittelpreise

Ausweg: nicht ‚billig oder teuer‘, sondern ‚richtig oder falsch‘

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir sprach vor einiger Zeit in einem Interview von „Ramschpreisen für Lebensmittel“ – und erntete einen Shitstorm. Nicht nur vom politischen Gegner, sogar aus eigenen Reihen stieg ihm eine Welle der Empörung entgegen. Sofort unterstellte man ihm, er würde es darauf anlegen, mit Preissteigerungen einkommensschwache Haushalte noch weiter zu schwächen. Erstaunlich eigentlich, denn Özdemir hatte in dem Interview mit keiner Silbe erwähnt, was er gegen die „Ramschpreise“ zu tun gedenkt.

 

Heike Hoppe, Geschäftsführerin FairBio-Genossenschaft

Heike Hoppe engagiert sich als Geschäftsführerin der FairBio-Genossenschaft für faire Bedingungen und Preise durch die Stärkung regionaler und dezentraler Strukturen.

Weder forderte der Landwirtschaftsminister eine zu Lasten der Armen gehende Preissteigerung noch staatlich vorgeschriebene Lebensmittelpreise. In einem Interview mit dem RND einige Tage später ließ er durchblicken, wen er zur Bekämpfung der Ramschpreise in die Pflicht nehmen will, nämlich die Lebensmittelkonzerne und Supermarktketten.

Beim Stichwort Preiserhöhung gehen die Emotionen hoch. Das ist schlecht, denn dieses Framing – Lebensmittelpreise diskutieren heißt automatisch, „den Armen noch tiefer in die Tasche zu greifen“ – sorgt auf lange Sicht dafür, dass das Thema Lebensmittelpreise tabuisiert wird. Das darf es aber nicht. Wir müssen über Preise sprechen dürfen.

 
Ein Preis ist nicht „zu billig“, sondern „falsch“.

„Billig“ ist in Verbindung mit Lebensmitteln kein konstruktives Wort. Besser und zielführender ist es, vom „richtigen“ und vom „falschen“ Preis zu sprechen.

Der „richtige“ Preis ist ein Preis, der dafür sorgt, dass alle an der Wertschöpfungskette des Lebensmittels beteiligten Menschen und Unternehmen fair und angemessen bezahlt werden: Die Landwirte und Bäuerinnen, die Erntehelferinnen, die Spediteure, die Großhändler*innen, die Gemüsehändlerinnen und Supermärkte, die Kassiererinnen und viele andere, die mit der Erzeugung und Verarbeitung, dem Transport und Verkauf des Produkts ihr Geld verdienen. Aber mit dem „richtigen“ Preis muss noch mehr bezahlt werden. Nicht nur die Menschen und Unternehmen, sondern auch die ökologischen und klimatischen Rahmenbedingungen. Im richtigen Preis stecken auch viele Negationen: keine Überdüngung, kein Schaden für Böden, Natur und Umwelt, kein hoher CO2-Ausstoß, keine Massentierhaltung, keine Tierquälerei, kein Artensterben, kein Verpackungsmüll, keine Entsorgungsprobleme. Der richtige Preis ist gleichzeitig der faire Preis.

Beim „falschen“ Preis funktioniert irgendetwas entlang der Wertschöpfungskette nicht. Jemand wird zu schlecht bezahlt oder zahlt sogar drauf. Oder muss seinen Hof verkaufen und seinen Laden schließen. Oder das „Falsch“ geht zu Lasten von Umwelt und Klimaschutz oder sogar zu Lasten des Lebensmittels selbst, weil es eine schlechte Qualität hat oder krank macht.

Oft springt der falsche Preis auch Nichtfachleuten sofort ins Auge. Wenn ein Kilo Bananen unter einem Euro kostet und damit nur halb so teuer ist wie regionales Obst, wenn ein Kilo Schweinefleisch für 77 Cent verramscht wird – dann kann was nicht stimmen.

 
Was ist „richtig“ und was ist „falsch“?

Den richtigen vom falschen Preis unterscheiden – zu kompliziert für den Verbraucher? Einerseits kostet es viel Zeit, Arbeit und Fachwissen, die technischen, sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen eines Lebensmittels zu recherchieren. Andererseits ist der richtige Preis kein Geheimnis, er lässt sich transparent machen. Wieviel muss ein Liter Milch kosten, wenn die Kühe ein gutes Leben haben und die Landwirte fair bezahlt werden? Wieviel ein Ei, ein Kilo Kartoffeln, eine Kiste Bananen? Von wo nach wo ist was transportiert worden? Es ist nicht ganz einfach, aber man kann das ausrechnen. In vielen Fällen ist es schon ausgerechnet worden und irgendwo einsehbar: etwa auf den Internetseiten von Erzeugern und Produzentinnen, die sich dem „richtigen“, dem fairen Preis verpflichtet fühlen und denen es am Herzen liegt, ihn transparent zu machen.

Eine Abkürzung führt in den Bioladen oder zu Bio-Lieferdiensten

Verbraucher*innen, denen die Suche nach solchen Lebensmitteln zu kompliziert ist, können eine Abkürzung zum richtigen Preis nehmen. Sie können dort einkaufen, wo sie begründetes Vertrauen in die Vorauswahl haben, die eine Fachhändlerin oder ein Fachhändler für sie getroffen hat. Inhabergeführte Bioläden oder Bio-Lieferbetriebe bilden – mitten in unserem kapitalistisch geprägten Wirtschaftssystem – oft Nischen der Transparenz und der Fairness. Denn die meisten Inhaberinnen und Inhaber von Bioläden und -betrieben treibt mehr an als der Wunsch, Geld zu verdienen. Viele haben ihre ideellen Wurzeln in der Öko-Bewegung. Sie wollen dazu beitragen, dass unsere Welt zukunftsfähig bleibt. Sie helfen dabei, regionale und dezentrale Strukturen zu unterstützen, sie wollen anders wirtschaften als der ausschließlich profitorientierte Lebensmittelhandel.

Hundert Prozent Verlass auf den „richtigen“ Preis ist im Biohandel zwar nicht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass dort im Preis auch die sozialen und ökologischen Kosten stecken, ist deutlich größer als in jedem Supermarkt. Und es lohnt sich, die Preise zu vergleichen: Besonders in der Saison hat Obst und Gemüse, das in der Region wächst und im Bioladen oder direkt vermarktet wird, häufig einen niedrigeren Preis als im Supermarkt. Auch sonst sind Produkte im Supermarkt nicht zwangsläufig billiger. Oft ist der Unterschied marginal. Es lohnt sich, genau hinzuschauen.

Falsch ist falsch und bleibt falsch

Die Frage ist nicht „wer soll das bezahlen?“ oder „wer kann sich das leisten?“. Denn der „falsche“ Preis ist unverhandelbar falsch. Wenn er zu Tierquälerei, Umweltverschmutzung, Kinderarbeit oder sozialer Ungerechtigkeit führt, muss er korrigiert werden. Solange ihn jemand zahlt – egal ob arm oder reich – ändert sich nichts. Die Konsequenz ist keinesfalls, dass „Arme“ kein Billigfleisch essen „dürfen“, sondern dass wir alle auf Billigfleisch verzichten MÜSSEN.

Das Eingangsschild eines Hofladens

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Heike Hoppe, Fair-Bio eG; 

Bilder: Verband Ökokiste e.V.

Wie Bio die Welt ernähren kann

Ein Gastbeitrag des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft.

 

Europa erlebt derzeit den größten bewaffneten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg. Neben der humanitären Katastrophe und den Sorgen um unsere Energieversorgung sind damit die Themen Lebensmittelpreise und Ernährungssicherheit auf erschreckende Weise in den Fokus gerückt. Vor allem die Vertreter*innen einer rückwärtsgewandten Agrarpolitik sowie Lobbyisten der Pestizid-Industrie wittern Morgenluft – reflexhaft fordern sie jetzt das Aussetzen der Maßnahmen hin zu einer nachhaltigeren Form der Landbewirtschaftung.

Die Ziele der europäischen Farm-to-Fork-Strategie jedoch zu verwässern oder deren Umsetzung auf die lange Bank zu schieben ist der falsche Weg. Zahlreiche wissenschaftliche Studien, Sachverständigen-Gutachten und Äußerungen europäischer Institutionen belegen mittlerweile, dass die nachhaltige, langfristige Ernährungssouveränität und -sicherheit nur mit einer Ökologisierung des Agrarmodells möglich ist.

Intensivierung kann kein Weg sein

Knapp acht Milliarden Menschen leben heute auf der Erde, im Jahre 2050, so die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO), werden es zehn Milliarden sein. Die zunehmende Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion kann, so die Wissenschaftler*innen, nicht die Lösung für die damit verbundene Ressourcen- und Ernährungsfrage sein. Um die Weltbevölkerung künftig ausreichend ernähren zu können, ist vielmehr eine drastische Veränderung unserer Konsumgewohnheiten notwendig.1

Zusätzlich muss die Art und Weise unserer Nahrungsmittelerzeugung verändert werden. Denn nur eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion kann gleichzeitig Lösungen liefern für die Herausforderungen der Klima- und der Biodiversitätskrise, des hohen Verbrauchs nicht erneuerbarer Ressourcen, der Belastung der Umwelt mit Agrochemikalien, aber auch der zunehmenden Unter- und Fehlernährung und deren gesundheitlichen Folgewirkungen.

Zusammengefasst: Wenn wir

  • weniger tierische Produkte konsumieren,
  • weniger Lebensmittel verschwenden
  • und unsere Nutztiere nicht mehr mit großen Mengen an Kraftfutter wie Getreide füttern,

ist eine weltweite Umstellung auf biologische Landwirtschaft die Lösung für ein nachhaltiges Ernährungssystem und die globale Ernährungssicherung. Zugleich werden die Artenvielfalt und unsere Umwelt vor chemisch-synthetischen Pestiziden geschützt.

 
Die Fakten im Detail
 
Kleinbäuerliche Strukturen spielen eine wichtige Rolle – schon jetzt

Vor über zehn Jahren hat der Weltagrarrat im Rahmen des Weltagrarberichts (initiiert von Weltbank und Vereinten Nationen sowie erarbeitet von über 400 Expert*innen aller Kontinente und Fachrichtungen) seine Kernbotschaft verkündet: Die Art und Weise, wie die Welt Nahrungsmittel produziert, müsse sich radikal ändern, da nur dadurch Armut und Hunger besiegt, eine wachsende Weltbevölkerung in Zeiten des Klimawandels ernährt und der soziale und ökologische Kollaps vermieden werden können 2.

Schon heute sind es nicht primär die großen Unternehmen der industrialisierten Landwirtschaft, die die Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgen. Über 80 Prozent der Bauernhöfe weltweit sind kleiner als zwei Hektar, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bewirtschaften mehr als die Hälfte der globalen Anbauflächen. Die meisten dieser Betriebe befinden sich in Asien und Afrika und sichern dort die lokale und regionale Versorgung.

Allerdings, so der Weltagrarbericht, liegt in den kleinbäuerlichen Strukturen zugleich noch viel ungenutztes Potential. Verbesserte Anbaumethoden, lokal vorhandene und angepasste Technologien, standortangepasstes Saatgut und eine Vielzahl agrarökologischer Strategien bergen, so der Bericht, ein enormes Produktivitäts- und Nachhaltigkeitspotenzial.

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stellen zudem am ehesten sicher, dass Lebensmittel tatsächlich dort produziert werden, wo sie auch gebraucht werden. Wenn diese Familienbetriebe mehr ernten, besser vermarkten und verkaufen können, verringert das nicht nur die Armut in ländlichen Regionen, sondern es kommen insgesamt mehr und vielfältigere Lebensmittel auf den Markt – ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Welternährung 2 .

Es sind vor allem die kleinbäuerlichen, arbeitsintensiveren und auf Vielfalt ausgerichteten Strukturen, die künftig Grundlage für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Lebensmittelversorgung sind. Ihre Potenziale müssen gestärkt werden.

 

 
Unsere Zukunft – Hunger oder Übergewicht?

Wenn sich die derzeitigen Ernährungstrends fortsetzen, werden Unter- und Überernährung die menschliche Gesundheit weltweit stark belasten, während Lebensmittelverschwendung und die Belastung der Umwelt weiter zunehmen. Das ist die Prognose einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

Die Wissenschaftler*innen betonen, dass, vorausgesetzt die Ernährungsweise bleibt unverändert, wir das Ziel der Vereinten Nationen, den Hunger weltweit zu besiegen, nicht erreichen werden. Gleichzeitig könnten im Jahr 2050 schon mehr als vier Milliarden Menschen übergewichtig sein.3

Eine umfangreiche, internationale Forschungsarbeit von Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Gesundheit, Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Politik und Landwirtschaft unterstreicht die Wichtigkeit einer sogenannten planetary health diet, die die natürlichen Grenzen des Planeten berücksichtigt und Krankheiten wie Herzinfarkte und Diabetes, die durch falsche Ernährung gefördert werden, vorbeugt.4

Die geforderte „planetare Gesundheitsernährung“ sieht vor, dass sich der weltweite Konsum von Lebensmitteln, wie rotem Fleisch und Zucker, halbiert, während doppelt so viel Nüsse, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte auf den Teller kommen sollen.

Eine Umstellung auf einen Speiseplan mit weniger tierischem Eiweiß und eine abwechslungsreiche pflanzliche Kost bringt die Welt dem Ziel einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion näher.

 

Verschiedenes Obst und Gemüse mit Ökokiste im Hintergrund
 
Wachsender Flächenverbrauch und das Klima

Bereits jetzt bedecken Acker- und Weideland rund ein Drittel der globalen Landfläche 5 und unser Ernährungssystem ist für rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich.6 Halten die aktuellen Trends an, wird laut Analyse der Wissenschaftler*innen die weltweite Nachfrage nach Nahrungsmitteln, und besonders nach tierischen Produkten wie Fleisch und Milch weiter steigen. Dies würde immer mehr Land zur Sicherung unserer Ernährung erfordern mit sich verschärfenden Folgen für das Klima.

In einer umfangreichen Studie haben Wissenschaftler*innen des Forschungsinstituts für biologischen Landbau7 analysiert, dass, um den weltweiten Kalorienbedarf im Jahr 2050 stillen zu können, bei gleichbleibenden Konsum- und Ernährungsgewohnheiten (hoher Konsum tierischer Lebensmittel, große Mengen an Lebensmittelabfällen/ Lebensmittelverschwendung) stets noch mehr Land benötigt wird – unabhängig davon, ob die Flächen konventionell oder biologisch bewirtschaftet werden. Dazu kommt, dass durch den Klimawandel und den damit verbundenen extremen Wettereignissen, wie Starkregen und Dürreperioden, zukünftig nicht einfach von weiteren Ertragssteigerungen ausgegangen werden kann. Das heißt, es müsste zusätzlich Land gewonnen werden durch Rodung von (Regen-)Wäldern bzw. durch Umwandlung von Grasland – mit all den bekannten negativen Auswirkungen auf Umwelt und Klima.

Die Steigerung der Produktion ist langfristig keine Lösung, da diese bereits ausgereizt ist. Die Konsum- und Ernährungsgewohnheiten der Menschen müssen sich grundlegend ändern, um die Ernährungssicherung dauerhaft gewährleisten zu können.

 

Wichtige Maßnahmen sind:
 
  1. Fleisch in Maßen statt in Massen

Die derzeitige Fleischproduktion liegt weltweit bereits bei rund 330 Millionen Tonnen pro Jahr und soll laut Prognosen bis 2050 auf rund 450 Millionen Tonnen jährlich weiter steigen.

Vom weltweit geernteten Getreide wird mittlerweile mehr als die Hälfte an Tiere verfüttert und in Autos getankt. Auch von der Sojaernte landet der Großteil in den Futtertrögen der landwirtschaftlichen Nutztiere 5, 8. Rund drei Viertel der weltweiten Agrarfläche wird heute zur Herstellung tierischer Lebensmittel benötigt und mit jedem Jahr wächst die Ackerfläche für den Futtermittelanbau. Die Nutztiere werden dadurch immer mehr zum Nahrungskonkurrenten von uns Menschen.8

Im Rahmen einer Masterarbeit wurde berechnet 9, dass bei einer Reduktion des weltweiten Fleischverzehrs um 50 Prozent, von derzeit durchschnittlich 40 Kilogramm pro Kopf und Jahr auf 20 Kilogramm, jährlich pro Person 62 Kilogramm Getreide und Eiweißfrüchte zusätzlich zur Verfügung stehen würden. Durch eine Reduzierung des jährlichen Fleischkonsums auf 32,5 Kilogramm (Schlachtgewicht, inkl. Knochen und Sehnen) – in etwa jene Menge, die laut Ernährungswissenschaftler*innen nicht überschritten werden sollte – wären es 23 Kilogramm Getreide zusätzlich. In diesen Berechnungen wird der durch den geringeren Fleischkonsum steigende Verzehr an pflanzlichen Lebensmitteln bereits berücksichtigt.

Bei einer Halbierung des weltweiten Fleischkonsums und gleichzeitiger globaler Umstellung auf biologische Landwirtschaft wäre die weltweite Ernährung in ausreichendem Maß gesichert.

 

  1. Kein Kraftfutter in der Nutztierhaltung („Feed no Food“)

Bei der Umwandlung von pflanzlichem Futter-Protein in tierisches Protein entstehen erhebliche Veredelungsverluste. Zur Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierart bis zu 10 pflanzliche Kalorien verfüttert.

Die Studienautor*innen des Forschungsinstituts für biologischen Landbau betonen, dass Nutztiere kein Futter mehr bekommen sollten, das dem Menschen als Nahrung dienen könnte 7. Weizen und Soja würden dann direkt gegessen und nicht zuvor an Tiere verfüttert. Statt hohen Kraftfuttergaben sollen Tiere Gras (Wiederkäuer) und Abfallprodukte der Lebensmittelproduktion (Schweine und Geflügel) fressen. Kraftfutterfreie, graslandbasierte Nutztierfütterung hat den Vorteil, dass Grasland, das nicht für den Anbau von Ackerkulturen geeignet ist, von Wiederkäuern beweidet wird. Die auf diese Weise produzierten tierischen Produkte stehen nicht in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion und tragen dennoch zur Ernährungssicherung bei.7

  1. Lebensmittelverschwendung beenden

Bereits im Jahr 2011 präsentierte die FAO erschreckende Zahlen: Laut Schätzungen wurden weltweit rund 1,3 Milliarden Tonnen bzw. ein Drittel aller produzierten Lebensmittel pro Jahr weggeworfen bzw. gingen entlang der Wertschöpfungskette verloren (Daten zu Lebensmittelverlusten in privaten Haushalten außerhalb Europas und Nordamerikas sind derzeit nicht belegbar und werden wahrscheinlich noch unterschätzt). Auch wenn die Sensibilisierung für dieses Thema gewachsen ist – geändert hat sich seitdem wenig.

Aktuelle Schätzungen des sogenannten Food Loss Index besagen, dass auf dem Weg von der Ernte bis zum Handel (diesen aber nicht eingerechnet) weltweit rund 14 Prozent aller Lebensmittel verloren gehen. Und laut eines aktuellen Berichts der Vereinten Nationen 10, der Lebensmittelverluste in den Bereichen Privathaushalte, Gastronomie und Supermärkte untersucht hat, wurden im Jahr 2019 weltweit rund 931 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen bzw. gingen verloren. Das sind 17 Prozent aller konsumfertiger Lebensmittel und entspricht etwa 120 Kilogramm an genießbaren Lebensmitteln, die pro Person und Jahr verloren gehen. Den größten Anteil an dieser Verschwendung haben Privathaushalte, erst dann folgen Gastronomie und Supermärkte.

Diese Millionen Tonnen an produzierten und nicht konsumierten Nahrungsmitteln könnten einen ganz wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Welthungers leisten. Zudem verbraucht ihr Anbau große Mengen an unterschiedlichsten Ressourcen bzw. Betriebsmitteln: Boden, Wasser, Düngemittel, Pestizide. Ihre Produktion ist mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden – es wird geschätzt, dass rund 10 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen durch die Produktion von Lebensmitteln entstehen, die schließlich nicht gegessen werden (Zahlen aus Österreich).11, 12, 13, 14, 15

Weniger Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiger Beitrag zur weltweiten Ernährungssicherung. Würden Lebensmittelverluste und -verschwendung reduziert, könnten die freiwerdenden Flächen dafür genutzt werden, einen großen Teil der Ertragslücke auszugleichen.7

 

Fazit: Die komplette Umstellung auf Bio ist möglich

In Kombination mit den genannten Maßnahmen kann der Biolandbau auch bei einer Weltbevölkerung von 10 Milliarden im Jahr 2050 eine wichtige Rolle in einem nachhaltigen Ernährungssystem spielen.7 Diese ökologische Transformation würde zugleich bedeuten, dass weder der Landverbrauch steigen müsste, noch die mit dem heutigen Ernährungssystem verbundenen negativen Auswirkungen – hohe Treibhausgasemissionen, Stickstoffüberschüsse und hohe Pestizidbelastung – zunehmen würden.

Die biologische Landwirtschaft steht global für eine nachhaltige Bewirtschaftung und Lebensmittelproduktion. Eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Bio-Lebensmittelproduktion, gekoppelt mit der Änderung unserer Konsumgewohnheiten, ist also wesentlicher Baustein für die Lösung vieler Herausforderungen.1, 16, 17, 18

Quellenangaben:

1 Löwenstein, F. (2011): Food Crash – Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr, Pattloch, München.

2 Zukunftsstiftung Landwirtschaft (Hrsg.) (2013): Wege aus der Hungerkrise. Die Erkenntnisse und Folgen des Weltagrarberichts: Vorschläge für eine Landwirtschaft von morgen. Berlin. Abrufbar unter: https://www.weltagrarbericht.de/fileadmin/files/weltagrarbericht/Neuauflage/WegeausderHungerkrise_klein.pdf  Zuletzt abgerufen am 10.05.2022.

3 Bodirsky, B. L. et al. (2020): The ongoing nutrition transition thwarts long‑term targets for food security, public health and environmental protection. Scientific Reports, 10, 19778. https://doi.org/10.1038/s41598-020-75213-3

4 Willett W, Rockström J, Loken B, et al. (2019): Food in the Anthropocene: the EAT –Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems. The Lancet Commissions, 393, 10170. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(18)31788-4

5 Umweltbundesamt (Hrsg.) (2012): Globale Landflächen und Biomasse nachhaltig und ressourcenschonend nutzen. Dessau-Roßlau.

6 IPCC (Hrsg.) (2019): Climate Change and Land: an IPCC special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial ecosystems [P.R. Shukla, J. Skea, E. Calvo Buendia, V. Masson-Delmotte, H.-O. Pörtner, D. C. Roberts, P. Zhai, R. Slade, S. Connors, R. van Diemen, M. Ferrat, E. Haughey, S. Luz, S. Neogi, M. Pathak, J. Petzold, J. Portugal Pereira, P. Vyas, E. Huntley, K. Kissick, M. Belkacemi, J. Malley. In Druck.  

7 Müller, A.; Schader, C.; El-Hage Scialabba, N et. Al. (2017): Strategies for feeding the world more sustainably with organic agriculture. Nature Communications, 8, 1290. https://doi.org/10.1038/s41467-017-01410-w

8 Heinrich Böll Stiftung et al. (2018): Fleischatlas 2018. Daten und Fakten zu Tieren als Nahrungsmittel. Abrufbar unter: https://www.boell.de/sites/default/files/2019-10/fleischatlas_2018_V.pdf . Zuletzt abgerufen am 10.05.2022.

9 Seibold, B. (2012): Potentiale der biologischen Landwirtschaft zur Welternährung unter besonderer Berücksichtigung eines reduzierten Fleischkonsums in den Industrieländern. Universität für Bodenkultur [unveröffentlicht].

10 United Nations Environment Programme (Hrsg.) (2021). Food Waste Index Report 2021. Nairobi.

11 FAO (2013): Food wastage footprint. Impacts on natural resources. Summary report. Abrufbar unter: https://www.fao.org/3/i3347e/i3347e.pdf. Zuletzt abgerufen am 10.05.2022.

12 FAO (2014): Food wastage footprint. Full-cost accounting. Final report. Abrufbar unter: https://www.fao.org/3/i3991e/i3991e.pdf . Zuletzt abgerufen am 10.05.2022.

13 FAO (2019): The State of Food and Agriculture 2019. Moving forward on food loss and waste reduction. Rome. Licence: CC BY-NC-SA 3.0 IGO. Abrufbar unter: https://www.fao.org/3/ca6030en/ca6030en.pdf. Zuletzt abgerufen am 10.05.2022.

14 FAO (2020): Food Outlook. Bioannual report on global food markets. Food Outlook, 1. Rome. https://doi.org/10.4060/ca9509en 

15 Schneider, F. et al. (2012): Sekundärstudie Lebensmittelabfälle in Österreich. Institut für Abfallwirtschaft, Universität für Bodenkultur.

16 Badgley, C. (2007): Organic agriculture and the global food supply. Renewable Agriculture and Food Systems, Volume 22, pp 86-108. doi:10.1017/S1742170507001640

17 Schlatzer, M. und Lindenthal, T. (2019): Bio, gesund und leistbar – geht das? Auswirkungen eines geänderten Einkaufverhaltens auf Kosten und Klimawandel. FiBL im Auftrag von WWF Österreich. Abrufbar unter: https://www.wwf.at/wp-content/cms_documents/warenkorbstudie_final_-januar-2019.pdf . Abg

18 Eyhorn, F. et al. (2019): Sustainability in global agriculture driven by organic farming. Nature Sustainability, Vol 2, 253–255. https://doi.org/10.1038/s41893-019-0266-6

 Weitere Quellen:

Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt (2012), Preparatory study on food waste across EU 27 : final report, Publications Office, https://data.europa.eu/doi/10.2779/85947

Muller, A., Schader, C., El-Hage Scialabba, N. et al. (2017). Strategies for feeding the world more sustainably with organic agriculture. Nature Communications, 8, 1290. https://doi.org/10.1038/s41467-017-01410-w

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung des BEL – Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V. / Bilder: Ökokiste e.V.