Fenchel: Kann mehr als Tee!

 
Saison

Von Juni bis November im heimischen Freilandanbau.

Herkunft

Im Mittelmeerraum ist Fenchel seit jeher eine traditionelle Gewürz- und Heilpflanze, die es in wilden Formen vermutlich auch schon ähnlich lange bei uns gibt. Der richtige Anbau begann in unseren Breiten jedoch erst im Mittelalter, vor allem in Klostergärten. Heute gibt es Fenchel fast überall, auch im arabischen und asiatischen Raum ist er fester Bestandteil der Küche und Pflanzenheilkunde.

Aussehen

Der Fenchel ist eine mehrjährige krautartige Pflanze, die je nach Sorte circa einen halben bis zu zwei Meter in die Höhe wächst. Über dem Boden bildet sie mit ihren Speicherblättern die bekannten zwiebelartigen, weißlich bis hellgrünen Knollen. Kommt er zur Blüte, bildet der Fenchel Dolden mit zahlreichen sattgelben Blüten.

 
Was drinsteckt

Vor allem fällt am Fenchel sein intensives, anisartiges Aroma auf, das von einer Vielzahl an ätherischen Ölen rührt. Darüber hinaus enthält er einen gesunden Mix aus den Vitaminen A, B und C. Traditionell wird Fenchel in der Medizin bei Störungen des Magen-Darm-Traktes eingesetzt, zudem soll er Atemwegsbeschwerden lindern.

Gut zu wissen

Fenchel gehört zu den Doldenblütlern, von denen einige würzige Varianten auf Altdeutsch auch Köppernickel genannt wurden. Im Jahr 2009 wurde er zur Heilpflanze des Jahres gekürt. 

Tipps für die Küche

Vor allem kennt man vom Fenchel die Knollen, die in verschiedensten Gerichten verwendet werden. Sie verleihen Salaten, Gemüsegerichten oder Aufläufen ihr besonderes anisartiges Aroma. In Tees landen in der Regel die Fenchelsamen, die noch stärker nach Anis schmecken und insbesondere in der italienischen Küche auch als Gewürz zum Einsatz kommen. Hierzulande kennt man Fenchelsamen vor allem als Brotgewürz.

Die weißen bis hellgrünen Knollen des Fenchels können gekocht, gebacken, gegrillt oder auch roh genossen werden. Gekocht entwickeln sie ein sehr intensives Aroma, das der Eine liebt, auf das der Andere aber getrost verzichten kann: Geschmackssache eben. Etwas frischer und knackiger ist der Fenchel roh gerieben oder dünn geschnitten in Salaten. Sehr lecker etwa ist ein Salat aus geriebenem Fenchel und Orangenstücken, angemacht mit einer Vinaigrette aus Öl, Essig, Salz, Pfeffer und Zucker – zum Reinlegen!

Ein weiterer heißer Fenchel-Tipp: Grob geschnittene Fenchelstücke mit weiteren Gemüsesorten und einer waagerecht durchgeschnittenen Knoblauch-Knolle zusammen mit etwas Olivenöl auf einem Backblech verteilen und ab damit in den Ofen. Vor allem zu Fisch ist das eine tolle Beilage, schmeckt aber auch einfach so, ohne alles. Ausgekühlt könnt Ihr daraus einen tollen Sommersalat machen, dann einfach ein paar Fetawürfel, frisches Basilikum und einige Cocktailtomaten zufügen und mit Öl, Essig, Salz und Pfeffer würzen. Die gebackenen Knoblauchzehen kann man zerdrücken und ins Dressing geben.

So eigen der Fenchel geschmacklich ist, umso unkomplizierter ist er in puncto Lagerung. Am besten packt Ihr die Knollen ins Gemüsefach des Kühlschranks. Da kann er bis zu zehn Tage liegen und ist immer noch knackig und aromatisch.

 Bilder: Ökokiste e.V. Lotta Karotta / Adobe Stock