Apfel: Der erste Herbstbote

 
Saison

Von August bis Oktober, je nach Sorte.

Herkunft

Der Apfel ist, wie auch andere Rosengewächse, wohl zuerst in Asien vorgekommen. Allerdings soll er bereits in der Antike in Europa eingeführt worden sein. Der Holzapfel oder auch Wilder Apfel war vermutlich als Erster da. Im Mittelalter hatte der Apfelbaum dann schon einen Stammplatz in den Gärten Mitteleuropas. Weltweit sollen bis zu 7500 Apfelsorten existieren, dazu findet man unterschiedliche Angaben – bei uns in Deutschland gibt es davon jedoch gerade mal nur gut 20 Sorten zu kaufen.

Aussehen

Wie ein Apfel aussieht, muss in unseren Breiten eigentlich niemandem beschrieben werden. Und „den Apfel“ gibt es ja auch gar nicht: vielmehr zeigt sich uns eine große Vielfalt an Äpfeln in allen Farben und Größen – gelb, grün, rot in allen Nuancen und Mischungen. Auch geschmacklich unterscheiden sich die einzelnen Apfelsorten stark.

Apfelernte am Gertruden-Hof

 
Was drinsteckt

Ob einem ein täglicher Apfel tatsächlich den Gang zum Arzt erspart, ist vielleicht noch nicht abschließend geklärt. Gesund ist er aber auf jeden Fall: Zu jeder Jahreszeit liefert der Apfel jede Menge Vitamine, Vital- und Nährstoffe. Die Apfelschale ist besonders reich an Pektin, das die Verdauung fördern soll, das Fruchtfleisch enthält Apfel- und Zitronensäure. Mineralstoffe gibt es in Hülle und Fülle: Eisen, Phosphor und Calcium. An Vitaminen enthält der Apfel Vitamin A, B1, B2, B6, E, Niacin, Folsäure und vor allem große Mengen Vitamin-C.

Gut zu wissen

Der Apfel ist Obst Nummer eins hierzulande. Im Schnitt hat jeder Deutsche in den vergangenen Jahren ungefähr 25 Kilo Äpfel pro Jahr verspeist.

Tipps für die Küche

Äpfel lassen sich perfekt lagern, manche Sorten müssen sogar noch etwas liegen, bevor sie richtig schmecken. Man unterscheidet dabei die Sommeräpfel, die direkt vom Baum lecker und saftig sind, von den später reifenden Äpfeln, die erst im Herbst geerntet werden. Möchte man eine größere Menge Äpfel einlagern, dann am besten mit Stiel, Blütenansatz nach oben, einzeln liegend ausgebreitet in einem kühlen, aber frostfreien Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit. Aber auch kleinere Mengen Äpfel lassen sich prima aufheben und halten sich in der Obstschale meist am längsten. Aber Achtung! Legt man Äpfel direkt neben anderes Obst, muss man sich nicht wundern, wenn dieses schneller anfängt zu verderben. Der Grund: Äpfel entwickeln Ethylengas, das dafür sorgt, dass anderes Obst schneller reift. Deshalb legt man Äpfel lieber ein bisschen abseits – es sei denn, man möchte diesen Effekt ganz bewusst zur Nachreife anderer Früchte nutzen.

Eigentlich schmecken Äpfel in jeder Form, wichtig ist nur, dass man sie vor dem Verzehr einmal gründlich abwäscht. Einfach reinbeißen ist immer eine gute Idee, gern auch mit Schale, die ist gesund. Daneben machen sich Äpfel aber auch wunderbar als Rohkost in Salaten, etwa zusammen mit Karotten, Fenchel oder Gurken, mit Kräutern, Nüssen, Honig und Orangensaft. Zu Mus verarbeitet schmecken Äpfel auch zu pikanten Rezepten, vor allem Kartoffelgerichten wie Puffern oder dem rheinischen Dibbedotz.

Bei süßen Gerichten und Kuchen sind der Verwendung von Äpfeln keinerlei Grenzen gesetzt: ob in Eierspeisen wie Pfannkuchen, in Kuchen, Nachspeisen, Crumbles oder zur Weihnachtszeit als Bratapfel mit Zimt und Nelken. Und auch in flüssiger Form sind Äpfel ein Genuss, etwa als frisch gepresster Saft, als Tee oder aber als Apfelwein. Äpfel halten sich eingemacht als Gelee, Kompott oder eben Mus auch mehrere Jahre im Keller, und wer einen guten Trockenplatz oder einen Dörrautomat hat, kann auch seine eigenen Apfelchips herstellen.

 Bilder: Ökokiste e.V. / Gertruden-Hof