Warum unsere heimischen Kohlsorten echte Immun-Booster sind

Wenn es um Vitamin C, starke Abwehrkräfte und „Superfood“-Trends geht, denken viele zuerst an Zitronen, Ingwer oder exotische Früchte. Dabei wächst das vielleicht stärkste Winter-Superfood direkt vor unserer Haustür: Kohl.

Ob Wirsing, Grünkohl, Rotkohl oder Schwarzkohl – sie gehören zu den nährstoffreichsten Gemüsen, die in unseren Breiten wachsen. Und das Beste: Gerade wenn der Körper im Winter Unterstützung braucht, hat Kohl Saison.

Heimisches Superfood: Nährwerte, die überraschen

Die meisten Kohlsorten sind wahre Vitamin-C-Bomben. Und nicht nur das: Sie liefern Folsäure, Vitamin K, Ballaststoffe und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Antioxidantien und Senföle.

Vitamin C-Gehalt (ca.) – pro 100 g (roh):
  • Grünkohl: 100–120 mg
  • Schwarzkohl / Wirsing: 45–60 mg
  • Rotkohl: 50 mg
  • Zitrone/Orange (Fruchtfleisch): 50 mg

Rotkohl frisch vom Feld liefert jede Menge Nährstoffe

Grünkohl enthält rund doppelt so viel Vitamin C wie die gleiche Menge einer Orange. Und bedenkt man, dass man in der Regel eine größere Menge Kohl zum Essen verzehrt, wird der Vergleich besonders eindrücklich: ein Wirsingkopf beispielsweise punktet mit der Vitamin C-Menge von 10 Zitronen.

Kohl ist also nicht „nur Beilage“. Kohl ist ein Nährstoffkraftwerk.

Milder Geschmack mit Nährstoff-Power: Spitzkohl

Warum Kohl aus Bio-Anbau besonders sinnvoll ist

Im ökologischen Landbau wird der Boden nicht ausgebeutet, sondern aufgebaut. Humusreiche Böden können Nährstoffe besser speichern, und genau das spiegelt sich im Gemüse wider: mehr Mikro-Nährstoffe, bessere Qualität. Da beim Bio-Anbau keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt werden, bleiben die Blätter frei von Rückständen – und Kohlblätter stehen direkt mit der Umwelt in Kontakt. Was auf dem Feld passiert, landet auf dem Teller.

Viele Ökokisten-Betriebe bauen außerdem alte oder besondere Sorten wie Schwarzkohl oder Spitzkohl an. Das stärkt Artenvielfalt und hält regionale Sorten am Leben, die im großen Handel oft keine Rolle mehr spielen.

Grünkohl: Frisch geerntet und direkt in die Ökokiste.

Regional ist nicht romantisch – es ist systemrelevant

Wenn im Supermarkt ganzjährig Salat aus Südeuropa liegt, gerät schnell in Vergessenheit, dass Kohl genau dann Saison hat, wenn wir ihn am dringendsten brauchen: im Winter. Kohl wächst hier, auf unseren Feldern, ganz ohne beheizte Gewächshäuser. Viele Sorten lagern sich über Wochen ohne nennenswerten Energieeinsatz. Andere Sorten können auch im Herbst und Winter frisch geerntet werden – Grünkohl oder Schwarzkohl kommen beispielsweise direkt vom Feld in die Ökokiste.

Regionale Kohlsorten sind damit ein Baustein für Ernährungssouveränität und stabile Versorgungssysteme. Kurze Wege, weniger CO₂, maximale Frische – und eine Wertschöpfung, die in der Region bleibt.

Zubereitung: So bleiben die Nährstoffe erhalten

Vitamin C ist hitzeempfindlich. Deshalb lohnt sich eine möglichst schonende Zubereitung:

  • kurz dünsten statt lange kochen
  • roh genießen (fein geschnitten als Salat oder „Slaw“)
  • mit etwas Öl kombinieren, da Kohl fettlösliche Vitamine enthält
  • fermentieren, um die Darmflora zu stärken und Nährstoffe noch besser verfügbar zu machen

Tipp: Schwarzkohl mit Olivenöl, etwas Zitrone und Salz vermischen und kurz ziehen lassen – ergibt einen überraschend zarten Salat mit voller Vitamin-Power.

Kohl ist also kein unterschätztes „Budgetgemüse“. Kohl ist ein regionales Kraftpaket – für das Immunsystem, für die Umwelt und für unser Ernährungssystem. Seine Nährstoffe – vor allem Vitamin C – machen ihn zum winterlichen Immunbooster. Sein regionaler Anbau macht uns unabhängiger von globalen Lieferketten. Und der ökologische Landbau sorgt dafür, dass Böden fruchtbar bleiben, Artenvielfalt gefördert wird und keine Pestizide auf dem Teller landen.

Kohl verbindet Gesundheit, Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung – und genau deshalb gehört er im Winter so selbstverständlich in die Ökokiste wie die Tomate im Sommer.

Bilder: Ökokiste e.V.