Tomaten: So schmeckt der Sommer

 
Saison

Von Juli bis September im heimischen Freilandanbau.

Herkunft

Die spanischen Eroberer waren es, die die ersten Tomatenpflanzen aus Mittelamerika mitbrachten. Ihren Weg ins heutige Tomatenland Italien fand das Nachtschattengewächs erst im Laufe des 16. Jahrhunderts und im Rest Europas wurde sie lange nur als Zierpflanze angesehen, bis man anfing, sie für den Verzehr anzubauen. In Deutschland fasste sie sogar erst um 1900 Fuß.

Aussehen

Sicher, der Klassiker ist rot, ungefähr pfirsichgroß und wächst an einer circa 1 – 1,5 Meter hohen Pflanze. Tatsächlich ist die Tomatenvielfalt aber viel, viel größer. Und peu à peu sind hier und da auch ungewöhnlichere oder ältere Sorten zu finden, im Supermarkt beschränkt sich die Auswahl jedoch auf maximal drei oder vier verschiedene. Dabei gibt es weltweit mehrere Tausend Tomatensorten, kaum etwas dabei, was es nicht gibt. Früchte in den unterschiedlichsten Farben und Schattierungen von gelb über orange, rot, grün, lila, ein- und mehrfarbig, uni und gemustert, in den verschiedensten Größen und Formen. Geschmacklich unterscheiden sich die Sorten ebenfalls deutlich voneinander, und auch, was ihre optimale Verwendung angeht. So vielfältig wie die Früchte sind auch die Pflanzen: niedrig, hoch, kein- und großblättrig, buschig, rankend, ja sogar hängende Blumenampelsorten gibt es.

 
Was drinsteckt

Grundsätzlich sind Tomaten gesund und kalorienarm, da sie viele wertvolle Inhaltsstoffe haben, jedoch fast komplett aus Wasser bestehen. Unter anderem liefern sie die Vitamine A, C und E, sowie einige B-Vitamine und etliche Mineralien wie Kalium, Magnesium, Natrium, Calcium und Eisen. Zudem enthalten sie so genannte Flavonoide. Diese zählen zu den Antioxidanten, die Zellen vor Radikalen schützen sollen.

Gut zu wissen

Die Tomate hatte im Lauf ihrer Geschichte viele Namen. Liebesapfel oder Goldapfel – daher im Übrigen auch das italienische ‚pomodoro‘ – sind nur einige, in Österreich nennt man sie heute noch Paradeiser. Ihr gebräuchlicher Nameleitet sich von dem aztekischen Wort ‘xitomatl’ ab, was ungefähr so viel wie “ein pralles Ding” bedeutet. Oft stellt sich die Frage, ob die Tomate nun ein Gemüse oder eine Frucht ist. Darauf gibt es eine klare Antwort: Biologisch gesehen ist sie eindeutig eine Frucht, um genau zu sein, eine Beere.

Tomatenvielfalt am Amperhof 
 
Tipps für die Küche

Wofür man Tomaten in der Küche verwendet, ist sehr einfach: Überall. Und alles geht. Roh als Snacktomaten – dafür eignen sich am besten kleine süße Früchte – geschnitten im Salat, mit Mozzarella oder Burrata und Basilikum als Caprese angerichtet, mit Öl und Salz klein geschnitten auf Bruschetta, als Backtomaten, gefüllte Tomaten aus dem Ofen, in Tomatensoßen zu Pasta, auf Pizza, in Aufläufen wie etwa einer Parmigiana, als Suppe, eingekocht, getrocknet, auf einer Quiche, in Reisgerichten – und selbst als Saft schmeckt die Tomate bestens.  

Für manche Rezepte, vor allem Soßen und Suppen, empfiehlt es sich, die Tomaten zu häuten, bevor man sie verarbeitet. Dafür schneidet Ihr sie unten kreuzweise ein und übergießt sie mit kochendem Wasser, darin lasst ihr die Tomaten ungefähr ein bis zwei Minuten liegen und zieht dann die Haut mit einem kleinen Küchenmesser ab. Um dann die weltbeste aller Pasta-Soßen zu zaubern, schneidet ihr die Tomaten in Viertel, verteilt sie auf einem Backblech und beträufelt sie mit Olivenöl und etwas braunem Zucker. Dazu legt Ihr eine quer durchgeschnittene Knoblauchknolle und ab damit in den Ofen. Wer eine Grill-Funktion hat, benutzt diese. Ober- und Unterhitze gehen auch, dann dauert es nur etwas länger und 220 Grad sollten es schon sein. Den Ofen lasst Ihr einen kleinen Spalt offen, Ihr könnt zB einen kleinen Löffel in die Tür klemmen – Achtung, nicht anfassen! – dann zieht die Flüssigkeit besser ab. Wenn die Tomaten schön weich sind und anfangen zu bräunen, schüttet Ihr sie komplett in einen Topf. Je nach Geschmack von den gebackenen Knoblauchzehen zerdrücken und zufügen, bisschen köcheln lassen und mit Salz, Pfeffer und vielleicht noch etwas Zucker würzen. Wer mag, fügt ganz am Ende eine Handvoll gehackter Basilikumblätter hinzu. Dazu Pasta und frisch geriebener Parmesan. Sommer pur.

 Bilder: Ökokiste e.V. / Höhenberger Biokiste / Amperhof