25 Jahre Ökokiste

Wir haben Grund zum Feiern. Und zwar ein Vierteljahrhundert Ökokiste – vor 25 Jahren haben wir unseren Verband gegründet und sind seitdem kontinuierlich gewachsen. Angefangen haben eine Handvoll Betriebe, die neue Absatzwege für regionale Bio-Bauern schaffen wollten, um den ökologischen Landbau zu unterstützen.

Einige Gründungsmitglieder sind auch heute noch im Verband aktiv. Ein Schulterblick auf 25 Jahre Ökokiste mit Gisela Kinzelmann vom Amperhof, Eberhard Katschke vom Gemüsehof Niederfeld, der den Betrieb aktuell an Daniel Münchsmeier übergeben hat, Franz Achatz von der Ökokiste Kirchdorf und Beate Mayer von der Isarland Ökokiste, vormals Tagwerk Ökokiste & Ökokiste Hofgut Letten.

 

Von Anfang an dabei: Gisela Kinzelmann vom Amperhof.
 
Was bedeuten die Jahre im Verband für Euch?

Gisela: 25 Jahre erfolgreiche Arbeit für eine große gemeinsame Aufgabe! Wir arbeiten für die Gesundheit der Menschen, eine bessere Umwelt und den Naturschutz. Wir haben die Marke Ökokiste etabliert und mit der Amperhof-Ökokiste einen wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb mit sicheren Arbeitsplätzen geschaffen.

Eberhard: Sie bedeuten für mich die Möglichkeit, hochwertige Produkte an den Kunden bringen und das Know-how mit anderen Kolleg*innen und Kund*innen teilen zu können. Durch die Ökokiste konnten wir das wirtschaftliche Gefüge schaffen, um nachhaltig ökologischen Landbau zu betreiben. Wir haben immer genug verdient, um zu überleben. Aber ohne den entsprechenden Idealismus wäre das nicht möglich gewesen. Das wirtschaftliche Interesse stand bei uns nie im Vordergrund. Unser größtes Kapital sind unsere Kund*innen, die stets an uns geglaubt haben und uns über 25 Jahre hinweg treu geblieben sind.

 

Verbands-Urgestein und Vorstandsmitglied: Franz Achatz von der Ökokiste Kirchdorf.

Franz: Die 25 Jahre Ökokiste – ursprünglich „Verband bäuerlicher Gemüselieferbetriebe“ – bedeuten uns sehr viel, wir sind mit dem Verband kontinuierlich gewachsen. Über die Jahre sind viele Kontakte und Freundschaften unter den Mitgliedsbetrieben entstanden und es ist immer wieder aufs Neue spannend zu sehen, wie sich die Betriebe entwickeln. Es freut mich sehr, dass wir immer wieder Zuwachs bekommen.

Die Mitglieder des Verbands treffen sich in regelmäßigen Abständen, immer bei einem der Betriebe / ©Verband Ökokiste 

Was hat sich mit der Zeit verändert?

Franz: Viel! Wir haben ja die ganze Entwicklung zur Digitalisierung mitgemacht. Die erste Homepage, der erste Onlineshop, das erste Navi, die PC-Anbindung für die Gemüsewaagen sind nur einige Dinge. In den letzten Jahren haben wir uns vom relativ starren Gemüseabo weg entwickelt, hin zu ganz individuellen Bestellungen. Ökologisch betrachtet hat sich doch einiges getan, der Bio-Anbau ist längst raus aus der Nische. Und auch politisch rücken Ökologie und Klimaschutz zunehmend in den Vordergrund. Das ist dringend nötig, wenn wir unsere Erde enkeltauglich gestalten wollen.

Beate: Ich persönlich kam ein Jahr nach der Gründung dazu. Der Austausch im Verband war mir immer sehr wichtig, wir haben uns alle gemeinsam entwickelt. Ganz realistisch: Als wir angefangen haben, waren wir eher die „Öko-Spinner“, es gab keine Absatzwege, es gab nur wenig Bewusstsein für die Idee Bio. Wenn man das bedenkt, sind wir einen weiten Weg gegangen in den 25 Jahren.

Wie geht es in Zukunft weiter?

Franz: Es freut mich sehr, dass wir immer wieder neue Mitglieder bekommen, die den Verband mit ihren Erfahrungen bereichern. Ich bin davon überzeugt, dass wir Ökokistler mit unserem Qualitätskonzept – 100 Prozent Bio, so viel regionale und saisonale Ware wie möglich, klimafreundliche Auslieferung – auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Naturkosteinzelhandel spielen werden.

Beate: Jenseits politischer Lippenbekenntnisse haben wir unseren Markt in die Hand genommen und über die Jahre entwickelt zum Wohle aller Beteiligten und nicht nur zum Wohle weniger. Davon profitieren nun alle gleichermaßen.

Eberhard und Daniel: Wir wollen uns mit dem Verband noch stärker dafür einsetzen, ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen, die eigene gesellschaftliche  Verantwortung wahrzunehmen und neue innovative Wirtschaftsmodelle zu etablieren. Nicht nachhaltige Wirtschaftsmodelle müssen abgelöst oder zumindest verbessert werden. Unserer Meinung nach ist jede Kaufentscheidung politisch und bietet den Kund*innen die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, welche Art der Produktion und des Handels sie unterstützen möchten. Die Fruchtbarkeit der Erde muss erhalten bleiben und regionale Kreislaufwirtschaften gefördert werden, damit weiterhin Lebensmittel statt Nahrungsmittel erzeugt werden können.

Beate Mayer (mit Christian Supenkämper) von der Isarland Ökokiste.

Bilder: Verband Ökokiste